Mikrofinanz

STABIL INVESTIEREN. NACHHALTIG WIRKEN.

WAS IST MIKROFINANZ?

Mikrofinanz dient heute als Überbegriff für Finanzdienstleistungen wie Kredite, Sparkonten und Versicherungen für einkommensschwache Menschen, die aufgrund fehlender finanzieller Sicherheiten, unregelmäßigen Einkommen oder Wohnorten abseits der Zentren von kommerziellen Banken nicht bedient wird. Meist bezieht sich der Begriff Mikrofinanz auf die Vergabe von Krediten an Kleinst- und Kleinunternehmer.

Die Vereinten Nationen sehen Mikrofinanz als ein wichtiges Instrument zur Armutsbekämpfung und haben Mikrofinanz als Unterziel des ersten nachhaltigen Entwicklungsziels “No Poverty” aufgenommen.

Die Idee von Mikrofinanz ist jedoch nicht neu sondern geht auf das genossenschaftliche System von Sparkassen, Raiffeisen- und Genossenschaftsbanken zurück.

Die Grundidee:

  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Zugang zu Finanzdienstleistungen für alle
  • Förderung der Unabhängigkeit, insbesondere von Frauen
  • Aufbau nationaler Finanzsysteme

Wir gehören zu den Wegbereitern von Mikrofinanzanlagen in Deutschland. Als Pionier haben wir 2011 zusammen mit unserer Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST mit dem IIV Mikrofinanzfonds den ersten Fonds dieser Anlageklasse (Mikrofinanz-Publikumsfonds) initiiert.

Armut bekämpfen

FINANZIELLE INKLUSION

Die ausgewählten Mikrofinanzinstitute stellen den Kreditnehmern oft nicht nur Kapital und Finanzdienstleistungen zur Verfügung, sondern unterstützen sie im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen, um eine möglichst nachhaltige Unternehmensführung zu gewähren. Richtig angewendet kann Mikrofinanz Armut bekämpfen und Menschen helfen, ihren Lebensstandard aus eigener Kraft zu verbessern.

Erfolgsgeschichten

WIE MIKROKREDITE WIRKEN KÖNNEN

Erfahren Sie mehr über die Erfolgsgeschichten einiger Kreditnehmer.

Mikrofinanz

Häufig gestellte Fragen.

Mikrofinanz dient heute als Überbegriff für Bank- und Finanzdienstleistungen wie Kredite, Bankkonten und Versicherungen für Menschen, die keinen Zugang zum Finanzdienstleistungssektor haben, weil sie keine finanziellen Sicherheiten aufweisen und / oder oft kein regelmäßiges Einkommen haben. Große Aufmerksamkeit hat die Mikrofinanz im Jahr 2006 erfahren, als Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank, für sein Konzept der Mikrokredite als „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde. Private Anleger können sich erst seit einigen Jahren über Mikrofinanzfonds an diesem Konzept beteiligen. Fonds wie der IIV Mikrofinanzfonds erwerben unverbriefte Darlehensforderungen von Mikrofinanzinstituten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Diese Institute unterstützen Klein- und Kleinstunternehmer und bieten ihnen so durch den Zugang zu Finanzdienstleistungen Hilfe zur Selbsthilfe.

Mikrofinanzierung wird weltweit als eines der wichtigsten Instrumente der Entwicklungsfinanzierung angesehen und von vielen Ländern stark gefördert. Die Effektivität in ihrer Gänze ist schwer messbar, denn Mikrofinanz beeinflusst viele unterschiedliche Lebensbereiche. Dennoch wurden in verschiedenen Studien weltweit (siehe z.B. Jensen/Naveed 2025) die positiven Effekte von Mikrofinanz aufgezeigt: Für viele Menschen werden Lebensbedingungen verbessert und kann der Kreislauf der Armut unter bestimmten Voraussetzungen durchbrochen werden. Oftmals ist die Mikrofinanzierung für viele Menschen die einzige Möglichkeit, unternehmerisch tätig zu werden und so ein Einkommen zu generieren.

Ein Mikrofinanzinstitut bietet Finanzdienstleistungen wie Kredite und Bankkonten für Menschen mit niedrigem bis gar keinem Einkommen an, die meist keine finanziellen Sicherheiten vorweisen können. Daher werden sie von kommerziellen Banken nicht bedient. Die Mikrofinanzinstitute können dabei verschiedene Strukturen haben: Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Kooperativen, Privatbanken, Non-Bank Financial Institutions (NBFIs) und andere Organisationen, die einen Geschäftszweig der Mikrofinanzierung widmen.

Es existieren verschiedene Formen von Mikrofinanzinstituten und der Begriff umfasst einen großen Bereich verschiedener Organisationsstrukturen. Mikrofinanzinstitute in Entwicklungs- und Schwellenländern haben oft keinen Zugang zu traditionellen Kapitalmärkten. Sie sind auf Investitionen aus dem Ausland angewiesen sowie auf entwicklungspolitische Gelder. Je stärker ein Mikrofinanzinstitut jedoch kommerzialisiert ist, desto höher ist dessen Chance, sich die benötigten Geldmittel am Kapitalmarkt zu beschaffen. Der Großteil der Mikrofinanzinstitute, mit denen wir zusammenarbeiten, ist auf die privatwirtschaftliche Refinanzierung angewiesen, um ihre wertvolle Arbeit in den jeweiligen Entwicklungs- und Schwellenländern erfolgreich weiter verfolgen zu können.

Die Kunden sind in erster Linie einkommensschwache, wirtschaftlich aktive Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die ihren Lebensstandard durch eine unternehmerische Tätigkeit verbessern wollen. Da sie häufig in ländlichen Gebieten leben, oft kein regelmäßiges Einkommen erzielen und keine Sicherheiten bieten können, sind sie für kommerzielle Banken als Kundschaft nicht geeignet und werden daher von ihnen nicht bedient. Hier setzen die Mikrofinanzinstitute an, die dieser Kundengruppe Finanzdienstleistungen anbieten. Die Kreditnehmer sind meist Kleinstunternehmer und zum Großteil im informellen Sektor tätig, z. B. im Kleinhandel oder in der Produktion einfacher Erzeugnisse. Sie sind selbstständig und haben nicht mehr als zehn Mitarbeitende. Oftmals handelt es sich um ein Ein-Mann/Frau-Unternehmen.

Gruppenkredite stellen eine besondere Art der Kreditvergabe an Kreditnehmer in Entwicklungs- und Schwellenländern dar. Hier schließen sich Menschen, die einen Kredit erhalten wollen, zu einer Gruppe zusammen. Innerhalb der Gruppe unterstützen sie sich gegenseitig bei der erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsidee. Dabei bestimmt die Gruppe für sich, welche Mitglieder aufgenommen werden. Vertrauen spielt eine große Rolle für ihren Erfolg. Sollte eine Person aus der Gruppe den Kredit nicht zurückzahlen können, bürgen die anderen Gruppenmitglieder. Damit entsteht ein gewisser Druck auf die Gruppenmitglieder, der die Anstrengungen zur Rückzahlung der Kredite erhöht.

Die Rückzahlungsquoten im Mikrofinanzsektor sind traditionell hoch und zeigen die starke Verankerung der Geschäftsmodelle in der lokalen Realität. Einer der Gründe für die hohen Rückzahlungsquoten im Bereich Mikrofinanz besteht darin, dass der Grenzertrag (also der zusätzliche Ertrag, der durch den Einsatz einer weiteren Einheit Kapital entsteht) bei Mikrokrediten sehr hoch sein kann. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn durch den Mikrokredit der Erwerb von produktivitätssteigernden Hilfsmitteln wie einer Nähmaschine, von zusätzlichem Saatgut oder in einem Kiosk verkauften Waren finanziert wird. Der Grenzertrag liefert dabei aber noch keine Aussage über die Gesamtrendite des betriebenen Geschäfts

Bei den Kreditnehmern handelt es sich in erster Linie um Kleinstunternehmer, die von Mikrofinanzinstituten Kredite erwerben und so die Möglichkeit erhalten, unternehmerisch tätig zu werden. Erstinvestitionen in unternehmerische Tätigkeiten führen bei erfolgreicher Umsetzung zu hohen Gewinnsteigerungen. Für eine Schneiderin z. B. bedeutet die Investition in die erste Nähmaschine eine Produktivitäts- und damit Gewinnsteigerung.