Kleines Geld - Große Wirkung

IIV Mikrofinanzfonds

So funktioniert der IIV Mikrofinanzfonds

Der IIV Mikrofinanzfonds vergibt das von den AnlegerInnen investierte Kapital als unverbriefte Darlehensforderungen an ausgewählte Mikrofinanzinstitute (MFIs) in Schwellen- und Entwicklungsländern. Dabei werden die MFIs nach strengen finanziellen und sozialen Kriterien ausgewählt, überwiegend aus der Gruppe etablierter Non-Banking Financial Institutions (NBFIs), Non-Governmental Organisations (NGOs) und Genossenschaftsbanken. Die durchschnittliche Darlehenshöhe beträgt rund 4,5 Millionen Euro mit einer Restlaufzeit von durchschnittlich 21 Monaten (Stand: Oktober 2020).

Die Institute verleihen das aufgenommene Kapital wiederum an KleinstunternehmerInnen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Typische MikrokreditnehmerInnen sind beispielsweise GemüsehändlerInnen, SchneiderInnen, ViehzüchterInnen und HandwerkerInnen. Sie haben somit das Geld für Saatgut, Werkzeuge, Materialien oder andere Rohstoffe. Auch hilft es ihnen bei finanziellen Engpässen wie z. B. in Dürreperioden, nach Überschwemmungen und anderen Natureinflüssen diese Zeit zu überbrücken. Nach durchschnittlich 9–12 Monaten werden die Mikrokredite getilgt. Die Mikrofinanzinstitute zahlen die Darlehen schließlich inklusive Zinszahlungen an den IIV Mikrofinanzfonds zurück und die Anleger erhalten über den Fonds eine moderate stetige Rendite. Details zur Anlagestrategie, Wertentwicklung und anderen wichtigen Daten finden Sie in den entsprechenden Factsheets.

Factsheet R-Klasse

Factsheet I-Klasse

Factsheet R- und I-Klasse

Kleinstkredite mit maximaler Wirkung

Häufig gestellte Fragen

Mikrofinanz dient heute als Überbegriff für Finanzdienstleistungen wie Kredite, Sparkonten und Versicherungen für Menschen, die keinen Zugang zum Finanzdienstleistungssektor haben, weil sie keine finanziellen Sicherheiten aufweisen, oft kein regelmäßiges Einkommen haben und abseits der Zentren leben. Große Aufmerksamkeit hat die Mikrofinanz im Jahr 2006 erfahren, als Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank, für sein Konzept der Mikrokredite als ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Private Anleger können sich erst seit einigen Jahren über Mikrofinanzfonds an diesem Konzept beteiligen. Fonds wie der IIV Mikrofinanzfonds vergeben Darlehen an kleine und mittlere Mikrofinanzinstitute in Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese Institute unterstützen Kleinst- und KleinunternehmerInnen und bieten ihnen durch den Zugang zu Finanzdienstleistungen eine echte Hilfe zur Selbsthilfe.


Ein Mikrofinanzinstitut (MFI) bietet finanzielle Basisdienstleistungen wie Kredite, Sparkonten und Versicherungen für Menschen ohne finanzielle Sicherheiten, die von kommerziellen Banken nicht bedient werden. Sozial orientierte Mikrofinanzierung ist ein wichtiges Instrument der Entwicklungspolitik, um einkommensschwachen Haushalten zu helfen, sich aus eigener Kraft aus der Armutsspirale zu befreien. Die Mikrofinanzinstitute können dabei verschiedene Strukturen haben: Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Kooperativen, Privatbanken, Non-Bank Financial Institutions und andere Organisationen, die einen Geschäftszweig der Mikrofinanzierung widmen. Sie unterscheiden sich auch sehr stark hinsichtlich ihrer Profitabilität und ihrem Kommerzialisierungsgrad.


Zinssätze in Schwellen- und Entwicklungsländern sind nicht mit denen in Industrieländern vergleichbar, denn die Mikrofinanz ist ein sehr kleinteiliges und dadurch kostenintensives Geschäft. Im Gegensatz zu kommerziellen Banken fahren die Kundenberater selbst in die ländlichen Gebiete, um ihre KundInnen vor Ort zu betreuen. Hinzu kommen in vielen Ländern hohe zweistellige Inflationsraten und weitaus höhere Marktzinsen. Jährliche Zinsen von 18–30 Prozent können dementsprechend je nach Region oder Land im angemessenen Rahmen sein. Viele KleinunternehmerInnen in Schwellen- und Entwicklungsländern erwirtschaften bereits mit geringem Kapitaleinsatz prozentual hohe Erträge. Dadurch sind sie oftmals in der Lage, Kredite innerhalb von 6–9 Monaten zu tilgen.


Die von uns ausgewählten Mikrofinanzinstitute stellen den MikrokreditnehmerInnen nicht nur Kapital zur Verfügung, sondern unterstützen sie beispielsweise im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen. Die hohen Rückzahlungsquoten von durchschnittlich 98 Prozent zeigen eindrücklich, dass es den meisten KreditnehmerInnen gelingt, ihr unternehmerisches Potenzial zu entfalten. Richtig angewendet kann Mikrofinanzierung Armut reduzieren und Menschen helfen, ihren Lebensstandard aus eigener Kraft zu verbessern.


Die Zahlungsdisziplin der KreditnehmerInnen von Mikrofinanzdienstleistungen ist beachtlich: Die Mikrokredite werden immer an eine Geschäftsidee gekoppelt und zu über 98 Prozent zurückgezahlt. Das zeigt eindeutig, mit welcher Ernsthaftigkeit die Kunden ihre Ideen in die Tat umsetzen.

Die Gründe für die hohen Rückzahlungsquoten sind vielfältig. Ein Grund ist die Vergabe von Gruppenkrediten. Sollte eine einzelne KreditnehmerIn nicht in der Lage sein, den Kreditrückzahlungen nachzukommen, stehen die anderen Gruppenmitglieder ein. Durch die gemeinsame Verantwortung erhöhen sich die Rückzahlungsanstrengungen der KreditnehmerInnen: Die Mitglieder haben ein Interesse daran, dass die verschiedenen Geschäftsmodelle erfolgreich sind, und unterstützen sich gegenseitig.

Ein weiterer Grund sind die betriebswirtschaftlichen Schulungen, welche häufig im Zuge der Kreditvergabe angeboten werden und zum Teil auch verpflichtend sind. Die KreditnehmerInnen lernen hier, wie man ein gewinnbringendes Kleinunternehmen aufbaut und führt. Aus den erwirtschafteten Gewinnen lassen sich dann die Zinsen bezahlen.

Als einen weiteren Grund wird oftmals die Kreditvergabe an Frauen genannt. Frauen scheinen die verlässlicheren Kreditnehmerinnen zu sein. Sie haben ein größeres Verantwortungsgefühl gegenüber ihrer Familie und kümmern sich somit verstärkt um den Erfolg des Unternehmens. Sie möchten die gebotene Chance nutzen und zahlen die Raten regelmäßig zurück.

Ein wichtiges Kriterium: Nur wenn der erste Kredit erfolgreich zurückgezahlt wurde, kann man einen weiteren Kredit beantragen. Falls der erste Kredit nicht beglichen wird, wird kein weiterer bewilligt — ein großer Ansporn, seine Chance zu nutzen. Denn jeder kleine Kredit ermöglicht dem neu gegründeten Unternehmen weiter zu wachsen. Grundlegend hierfür ist natürlich die Prüfung von Seiten der Mikrofinanzinstitute, ob die Geschäftsidee realisierbar ist.


Bei MikrokreditnehmerInnen handelt es sich in erster Linie um Kleinst- und KleinunternehmerInnen, die mit Hilfe eines Kredites durch ein Mikrofinanzinstitut die Möglichkeit erhalten, unternehmerisch tätig zu werden. Erstinvestitionen in unternehmerische Tätigkeiten bringen bei erfolgreicher Umsetzung hohe Gewinnsteigerungen hervor. Für eine Schneiderin bedeutet die Investition in die erste Nähmaschine eine unglaubliche Produktivitäts- und damit Profitsteigerung. Steigerungen von 20 Prozent und mehr sind keine Seltenheit. Mit Hilfe dieser Investition - möglich durch einen Mikrokredit - können KleinstunternehmerInnen in ihrem Geschäftsfeld expandieren und ihre Gewinne dementsprechend steigern. Den KreditnehmerInnen fällt es vergleichsweise leicht, höhere Zinsen für ihren Kredit zu zahlen. Der Zinsbetrag lässt sich durch die oft hohe Inflation, die hohen Ausgaben im operativen Bereich sowie durch das höhere Risiko erklären (siehe Frage: Was sind angemessene Zinssätze?).


Gruppenkredite stellen eine besondere Art der Kreditvergabe an die MikrokreditnehmerInnen in Schwellen- und Entwicklungsländern dar. Hier schließen sich mehr oder weniger viele Menschen, die einen Kredit erhalten wollen, zu einer Gruppe zusammen. Innerhalb der Gruppe bürgen sie füreinander und unterstützen sich gegenseitig bei der erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsidee sowie bei der zeitigen Rückzahlung des Kredites. Dabei bestimmt die Gruppe für sich, welche Mitglieder aufgenommen werden. Vertrauen spielt eine große Rolle für ihren Erfolg.

Gruppenkredite werden oftmals als Grund dafür angeführt, dass die Quote der zurückgezahlten Kredite so hoch ausfällt. Sollte eine Person aus der Gruppe den Kredit nicht zurückzahlen können, bürgen die anderen Gruppenmitglieder für ihn. Damit entsteht ein Gruppendruck, der die Anstrengungen zur Rückzahlung der Kredite erhöht. Zudem wird durch das gemeinsame Interesse an der erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsidee die gegenseitige Unterstützung der Gruppenmitglieder gefordert. Der Gemeinschaftssinn und das vertrauliche Zusammenarbeiten innerhalb von Gemeinden werden somit gestärkt. Oftmals lernen die Gruppenmitglieder im Rahmen dieser Gruppenkredite erstmals Solidarität außerhalb der Familie kennen.

Gerade Frauen erfahren hier erstmals Anerkennung und übernehmen führende Positionen. Doch nicht in allen Fällen sind Gruppenkredite sinnvoll. Ihre Anwendung variiert je nach Region und Situation.


Die KundInnen sind in erster Linie einkommensschwache Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern, die ihren Lebensstandard durch eine unternehmerische Tätigkeit verbessern wollen. Da sie häufig in ländlichen Gebieten leben, kein regelmäßiges Einkommen erzielen und keine Sicherheiten bieten können, sind sie für kommerzielle Banken als Kundschaft nicht attraktiv und werden daher von ihnen nicht bedient. Hier kommen die lokalen Mikrofinanzinstitute ins Spiel, die dieser Kundengruppe verschiedene Finanzdienstleistungen anbieten. Mikrokredite sind am gefragtesten. Die MikrokreditnehmerInnen sind Menschen mit einer guten Geschäftsidee, mit der sie aus dem Kreis der Armut ausbrechen wollen. Diese UnternehmerInnen sind zum Großteil im informellen Sektor tätig, z. B. im Kleinhandel oder in der Produktion einfacher Erzeugnisse. Sie sind selbstständig und haben nicht mehr als fünf Angestellte. Oftmals handelt es sich um ein Ein-Mann/Frau-Unternehmen. Potenziellen MikrokreditnehmerInnen mangelt es oftmals an der nötigen Vorbildung. Somit wird die Vergabe von Finanzdienstleistungen häufig an die gleichzeitige wirtschaftliche Schulung gekoppelt. Diese vermittelt einfache Regeln zur guten Unternehmensführung, um die Chance des Unternehmenserfolgs zu erhöhen. Die interessierten Personen müssen vor der Ausgabe eines Kredites eine realisierbare und erfolgversprechende Geschäftsidee vorweisen.

Weltweit ist die Anzahl der weiblichen KreditnehmerInnen höher als die der männlichen. Ein Grund dafür ist dass Frauen, laut Erfahrung der Mikrofinanzinstitute, meist pünktlichere Rückzahlungen tätigen. Zudem haben sie im Schnitt eine noch geringere Schulbildung sowie weniger materielle Sicherheiten. Somit haben sie noch weniger Chancen an traditionellen Bankdienstleistungen zu partizipieren und brauchen die Kredite, um für sich und meist auch für die Kinder, den Lebensunterhalt zu verdienen und in die Bildung der Kinder zu investieren.

 


Es existieren verschiedene Formen von Mikrofinanzinstituten (MFIs) und der Begriff umfasst einen großen Bereich verschiedener Organisationsstrukturen. Aus diesem Grund kann nicht generell für alle MFIs gesprochen werden. Viele MFIs in Schwellen- und Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu traditionellen Kapitalmärkten. Sie sind auf Investitionen aus dem Ausland angewiesen sowie auf entwicklungspolitische Gelder. Je stärker ein MFI jedoch kommerzialisiert und profitabel ist, desto höher ist ihre Chance, sich die benötigten Geldmittel am Kapitalmarkt zu beschaffen. Der Großteil der Mikrofinanzinstitute, mit denen Invest in Visions zusammenarbeitet, ist auf Ihre Investitionen angewiesen, um ihre wertvolle Arbeit in den jeweiligen Schwellen- und Entwicklungsländern erfolgreich weiter verfolgen zu können.


Der IIV Mikrofinanzfonds vergibt das von den Investoren in den Fonds investierte Kapital an ausgesuchte Mikrofinanzinstitute (MFIs) in Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese wurden nach sorgfältiger Prüfung bezüglich verschiedener Faktoren ausgesucht, beispielsweise Geschäftsphilosophie, Methodik, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, aber auch Profitabilität. Anschließend baut Invest in Visions eine intensive und vertrauensvolle Partnerschaft mit diesen Instituten auf und vergibt Darlehen an sie. Die MFIs vergeben das Kapital an Menschen mit tragbaren Geschäftsideen, die vom traditionellen Finanzmarkt ausgeschlossen sind. Diese Kleinst- und KleinunternehmerInnen werden während des gesamten Prozesses intensiv betreut und unterstützt. Sie zahlen in kurzen Abständen Zinsen und nach einer bestimmten Zeitraum den Kredit an das MFI zurück. Oftmals wird eine enge Bindung zwischen MFI und Kunden aufgebaut und ein weiterer Kredit zum Ausbau des Geschäftes ausgegeben.

Die Zinsen für die ausgegebenen Darlehen werden von den Mikrofinanzinstituten meistens halbjährlich an den Fonds gezahlt. Nach einer im Vorfeld vereinbarten Zeitspanne zahlen die Mikrofinanzinstitute die ausgegebenen Darlehen an den Fonds zurück, der die Rendite ausschüttet. Die zurückgezahlten Darlehen werden wieder neu aus dem Fondsvermögen an andere Mikrofinanzinstitute vergeben.


Mikrofinanzierung wird weltweit als eines der wichtigsten Instrumente der Entwicklungsfinanzierung angesehen und von vielen Geberländern stark gefördert. Die Effektivität in ihrer Gänze ist schwer messbar, denn Mikrofinanz beeinflusst viele unterschiedliche Lebensbereiche und ermöglicht zahlreiche Synergieeffekte. Dennoch wurden in verschiedenen Studien weltweit die positiven Effekte der Mikrofinanzierung aufgezeigt: Lebensbedingungen werden verbessert und der Kreislauf der Armut durchbrochen. Die finanzielle Unabhängigkeit erlaubt vielen Familien ihren Kindern eine bessere Bildung zu ermöglichen und legt so den Grundstein für eine bessere Zukunft. Für viele Menschen stellt die Mikrofinanzierung die einzige Möglichkeit dar, der Armut zu entrinnen und unternehmerisch tätig zu werden. Jedoch muss immer beachtet werden, dass dies allein die Armut in der Welt nicht reduzieren wird. Auch andere Entwicklungsinstrumente werden benötigt, um die Begleitumstände zu verändern und auch Menschen zu helfen, die durch Mikrofinanzierung nicht erreicht werden.