Vorwort zum Impact Report

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Invest in Visions GmbH feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen.

Am Anfang stand 2006 die Vision, Impact Investments – also Investitionen, die nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine soziale und / oder ökologische Rendite generieren – institutionellen wie privaten Investoren zugänglich zu machen. Ein bedeutender Meilenstein wurde 2011 mit der durch uns initiierten Auflegung des ersten zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassenen Mikrofinanzfonds gelegt. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben die von uns verwalteten Mikrofinanzfonds 657 Kredite an Mikrofinanzinstitute im Globalen Süden mit einem Gesamtvolumen von fast 3 Milliarden US-Dollar vergeben.

In all diesen Jahren hat das Unternehmen seine Identität als Impact Asset Manager mit Fokus auf die Entwicklungs- und Schwellenländer bewahrt. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass es dort, im Globalen Süden, die größten Finanzierungsnotwendigkeiten gibt und durch Impact Investing die größte Wirkung erzielt werden kann. Mikrofinanz – oder besser gesagt „Finanzielle Inklusion“ – ist dabei weiterhin ein prägendes Thema des Unternehmens. Es steht für das insgesamt eher vernachlässigte Soziale im Kürzel ESG. Durch die Investitionen in Mikrofinanzinstitute erhalten Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen (vor allem zu Krediten, aber auch zu Bankkonten, Versicherungen etc.) und können damit produktive Tätigkeiten aufnehmen, ausweiten oder fortführen, notwendige soziale Ausgaben tätigen oder finanzielle Engpässe überbrücken. Vergleichende Langzeitstudien zeigen, dass Mikrofinanz in vielen Ländern dazu beigetragen hat, Armut und Ungleichheiten zu verringern.[1]

Die Invest in Visions GmbH hat im letzten Jahr aber auch ein zusätzliches Kapitel seiner Impact-Reise aufgeschlagen und seine Wirkung um einen Fonds aus dem Bereich des ökologischen Impact Investing erweitert. Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF vergibt Wachstumskapital an Unternehmen, die zur Verbreitung von Solarenergie in Subsahara-Afrika beitragen. Fehlende oder instabile Netze führen dazu, dass Haushalte und Unternehmen in dieser Weltregion oft auf Diesel-Generatoren zurückgreifen müssen, die Mensch und Klima erheblich schädigen. Wir setzen mit der Initiierung dieses Fonds die Pionierarbeit fort, die wir mit dem IIV Mikrofinanzfonds begonnen haben. Denn auch der IIV Solar Electrification Debt ELTIF ist der erste Publikumsfonds in seinem Bereich und ermöglicht es erstmals privaten Investoren, über ein European Long-Term Investment Fund (ELTIF) einen Beitrag zur Elektrifizierung Subsahara-Afrikas zu leisten. Durch unsere Pionierarbeit möchten wir auch den Weg ebnen für mehr Publikumsfonds mit Impact. Denn eines der größten Hemmnisse für einen größeren Marktanteil von Impact Investments ist die fehlende Publikumsfähigkeit der meisten Impact-Fonds.

Voraussetzung für das Gelingen von Impact Investing ist ein konsequentes Impact Management, durch das die Wirkungsorientierung in den gesamten Investitionsprozess integriert wird. Als die Invest in Visions GmbH vor 20 Jahren gegründet wurde, stand die Investitionsstrategie „Impact Investing“ ganz an ihrem Anfang. Es gab noch nicht einmal den Begriff, der erst im darauffolgenden Jahr eingeführt wurde. Seither hat sich viel getan. Der Markt ist gewachsen und die Anforderungen an Impact Investing sind gestiegen. Neue Standards wurden eingeführt und „Best Practices“ für die Messung und das Management von Impact entwickelt. Das Unternehmen hat darauf mit der Gründung einer eigenen Impact- und Nachhaltigkeitsabteilung reagiert. Mit unserem Team von Impact und Nachhaltigkeits-Managern versuchen wir, immer auf der Höhe der neuesten Erkenntnisse zu sein. Denn wir verstehen Impact Management als einen kontinuierlichen Lernprozess, der uns dabei hilft, uns stets weiterzuentwickeln, um den positiven Impact zu maximieren und negative Auswirkungen durch die Investitionen der von uns gemanagten Fonds zu vermeiden.

 

„20 Jahre Invest in Visions sind für uns ein Anlass, zurückzublicken, aber auch ein Ansporn, gemeinsam mit unseren Partnern und Investoren die Zukunft des Impact Investing weiter aktiv mitzugestalten.“

 

Oktober 2026
Oliver Fischer & Lars Siebert, Geschäftsführer von Invest in Visions

[1] Siehe z.B.: Emily Breza / Cynthia Kinnan (2018), Measuring the Equilibrium Impacts of Credit: Evidence from the Indian Microfinance Crisis; Katsushi Imai et al., Microfinance and Poverty. A Macro Perspective, in: World Development 40 (2012); Imai et al. (2012); Lansana Bangoura et al., Impact of Microfinance on Poverty and Inequality. A Heterogeneous Panel Causality Analysis, in: Revue d’économie politique 126 (2016), S. 789-818; ; Maricruz Lacalle-Calderón et al., Microfinance and income inequality: New macrolevel evidence, in: Review of Development Economics 23 (2019), S. 860 – 876; Asma Boussetta, Microfinance, Poverty and Education, in: Comparative Economic Studies 2021; Kamel Ben Hadj Miled / Moheddine Mounsi / Monia Landolsi, Does microfinance program innovation reduce income inequality? Cross-country and panel data analysis, in: Journal of Innovation and Entrepreneurship 11 (2022); Ane C.H. Jensen / Amjad Naveed, Assessing the Role of Microfinance in Mitigating Income Inequality: New Evidence from a Global Context, in: Social Indicators Research 179 (2025), S. 371-397.