Mit der Agenda 2030 haben die Vereinten Nationen 17 Ziele (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung aller Länder weltweit festgelegt.

„Leaving no one behind“ lautet die Devise, unter der im September 2015 die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Die SDGs bauen auf den Millennium Development Goals aus dem Jahr 2000 auf, die sie zugleich erweitern und vollenden sollen. Dabei verstehen die 17 SDGs mit ihren insgesamt 169 Unterzielen den Begriff Nachhaltigkeit umfassend in seinen drei Dimensionen: wirtschaftlich, sozial, ökologisch. Sollen die SDGs wie angestrebt bis 2030 erreicht werden, sind noch große Anstrengungen notwendig. Bereits vor der Ausbreitung des Corona-Virus drohte die Weltgemeinschaft die Ziele zu verfehlen, weshalb die Vereinten Nationen die verbleibene Zeit zum „Jahrzehnt des Handelns“ ausgerufen haben. Die Pandemie und ihre ökonomischen Auswirkungen haben die Situation weiter verschärft. Das Umleiten von privatem Kapital (geschätztes Volumen weltweit: 317 Billionen US-Dollar) in nachhaltige Wirtschaftssektoren und -tätigkeiten, die zu den Nachhaltigkeitszielen beitragen, ist nun wichtiger denn je!

Mit unseren Investitionen im Bereich der finanziellen Inklusion (Mikrofinanz und SME-Finanzierung) tragen wir zur Verwirklichung von fünf der 17 SDGs bei.

SDG 1: Armut in jeder Form und überall beenden

Trotz aller Fortschritte in der Armutsbekämpfung lebten im Jahr 2019 noch 8,2 Prozent der Weltbevölkerung unterhalb der internationalen Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar am Tag. Als Folge der COVID-19-Pandemie werden laut Schätzungen der Weltbank zusätzlich zwischen 70 und 100 Millionen Menschen in diese extreme Armut abrutschen. Wie der Generalsekretär der UN, António Guterres, berichtet, leiden gerade die Ärmsten und Schwächsten am stärksten unter den ökonomischen Folgen der Krise – „durch den Verlust der Arbeit und Krankheit, durch überforderte Gesundheitssysteme und dem Fehlen sozialer Sicherungsnetze“. Mikrokredite und andere finanzielle Finanzdienstleistungen sind in dieser Situation besonders wichtig. Denn sie fördern z.B. Tätigkeiten zur Einkommensgenerierung oder unterstützen weniger wohlhabende Menschen, finanzielle Engpässe zu überstehen. Mehr als die Hälfte unseres Darlehensportfolios wurde letztes Jahr in den Sektoren Dienstleistungen und Handel sowie Gewerbe eingesetzt.

Siehe Impact Report 2020 (Seite 25)

SDG 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

In zahlreichen Ländern werden Frauen gegenüber Männern rechtlich, sozial und ökonomisch benachteiligt. Dies wirkt sich negativ auf ihre Selbstbestimmung in vielen Lebensbereichen aus, wie beispielsweise auf die Familienplanung oder die Ausübung einkommensgenerierender Tätigkeiten. Die Vergabe von Kleinkrediten an Frauen in Schwellen- und Entwicklungsländern trägt dazu bei, die wirtschaftliche Lage und den Status dieser Frauen zu verbessern und ihnen dadurch auch in anderen Bereichen mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Etwas mehr als 50 Prozent der Kreditnehmer:innen unseres Darlehensportfolios waren 2020 Frauen. Dieser Anteil kann auch für die vorangegangenen Jahre festgestellt werden.

Siehe Impact Report 2020 (Seite 25)

SDG 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Allein um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten, müssen nach Schätzungen der Weltbank in den Schwellen- und Entwicklungsländern bis zum Jahr 2030 monatlich rund 3,3 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Zahl dürfte sogar noch größer sein, da der Wert auf Annahmen basiert, die vor der COVID-19-Krise aufgestellt wurden. Eine besondere Rolle spielen dabei kleine Unternehmen, die weltweit neun von zehn Arbeitsplätzen schaffen. Gerade im Bereich von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen klafft in den Schwellen- und Entwicklungsländern jedoch eine Finanzierungslücke von 5,2 Billionen US-Dollar (718,8 Milliarden für Mikrounternehmen und 4,5 Billionen für KMU).1 Das Wachstum solcher Unternehmen durch die Bereitstellung von Darlehen und weiteren Finanzdienstleistungen zu fördern, ist daher ein unverzichtbarer Baustein für die Verwirklichung des achten Nachhaltigkeitsziels.

 1International Finance Corporation (2017), MSME Finance Gap. Assessment of the Shortfalls and Opportunities in Financing Micro, Small and Medium Enterprises in Emerging Markets

SDG 9: Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Bei diesem nachhaltigen Entwicklungsziel stehen das produzierende Gewerbe sowie klein- und mittelständische Unternehmen (engl. SME) im Fokus. Diesen fehlt in Schwellen- und Entwicklungsländern oft der Zugang zu bezahlbaren Darlehen. Dadurch wird ihnen das Kapital zu ihrer Entwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätzen vorenthalten, an die wir Darlehen vergeben, geben diese nicht nur an Mikrokreditnehmer:innen, sondern auch an Unternehmen weiter, die einen höheren Finanzbedarf haben. Dies unterstützen wir mit einem speziellen Fonds , der ganz auf die SME und ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Weitere Informationen zu diesem Produkt finden sich hier.

SDG 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Vor der Corona-Pandemie hatte die Ungleichheit weltweit tendenziell abgenommen. Der sogenannte Gini-Koeffizient war zwischen 2010 und 2017 in 38 von 84 Ländern weltweit gesunken. Dieser Koeffizient zeigt an, wie gleich oder ungleich Vermögen und Einkommen in einer Region bzw. einem Land verteilt sind. In der Pandemie sind die am meisten gefährdeten Gruppen, wie ältere Menschen, Kinder, Frauen und Migrant:innen am stärksten betroffen. Um die Ungleichheit zwischen und in den Ländern zu verringern, refinanzieren wir insbesondere Finanzinstitute in Ländern, die wirtschaftlich weniger stark sind. In 2020 wurde mehr als die Hälfte unseres Darlehensportfolios in Ländern eingesetzt, die sich im unteren-mittleren bis unterem Einkommenssegment befinden.

Siehe Impact Report 2020 (Seite 18)

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