Performance, Sharpe Ratio und Benchmark - wie Sie einen guten Mikrofinanzfonds erkennen

Investitionen in Mikrofinanzfonds zeichnen sich bekanntlich durch eine stetige Performance gepaart mit sozialer Rendite, niedriger Volatilität und geringer Korrelation zu anderen Anlageklassen aus. Der IIV Mikrofinanzfonds hat seit seiner Gründung vor 10 Jahren einen Ertrag von durchschnittlich 2,35% p.a. erzielt. Dabei konnte in jedem einzelnen Kalenderjahr ein positives Jahresergebnis erreicht werden. Ebenso wichtig wie der Ertrag ist aber die erzielte Überrendite des Fonds im Verhältnis zum Risiko, die sogenannte Sharpe Ratio. Diese beträgt für die I-Tranche des IIV Mikrofinanzfonds seit Auflage 2,14.

Was bedeutet diese Zahl? Mit Hilfe der Sharpe Ratio können Anleger bei der Fondsauswahl feststellen, welches Haus besser gewirtschaftet hat bei entsprechendem Risikoeinsatz. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Haben zwei Fonds die gleiche Leistung über einen bestimmten Zeitraum erzielt, so wird sich der Investor sehr wahrscheinlich für jenes Papier entscheiden, das diese Performance mit der geringeren Preisschwankung (Volatilität) erreichen konnte. Wie entscheidet sich der Investor aber, wenn ein Fonds zwar einerseits eine geringere Performance, andererseits aber auch eine geringere Preisschwankung aufweist, mithin also weniger risikobehaftet ist?

Die Formel für die Sharpe Ratio setzt die Überrendite, also die über die risikolose Geldmarktanlage hinausgehende Rendite, ins Verhältnis zur Volatilität des Fonds. Als risikoloser Zinssatz verwenden wir den 3-Monats EURIBOR. Dieser lag Ende April 2021 bei -0,54%. Setzen wir die Schwankungsbreite (Volatilität) von 1,35% seit Auflage ins Verhältnis ergibt sich:                   


Sharpe Ratio des IIV Mikrofinanzfonds =    2,35 – (-0,54)   = 2,14
                                                                                 1,35                                                                                                        

Je höher die Sharpe Ratio, umso höher der erzielte Ertrag gegenüber dem risikofreien Zins und umso besser das Verhältnis von Rendite und akzeptiertem Risiko. Mit anderen Worten: Bei der Auswahl von Fonds mit unterschiedlicher Volatilität und Performance ist das Wertpapier mit der höchsten Sharpe Ratio die richtige Wahl.

Mikrofinanzindex

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Leistung eines Portfoliomanagers ist der Vergleich mit seiner „Benchmark“. Landläufig bekannt sind der deutsche Aktienindex DAX, sein amerikanisches Pendant Dow Jones Industrial Average und der europäische Aktienindex Euro STOXX. Auch für Anleihen gibt es einen Vergleichsmaßstab für die Bewertung des Anlageerfolges. So gibt der REX seit Juni 1991 die Entwicklung deutscher Bundesanleihen wieder. Ziel des aktiven Fondsmanagements sollte es sein, eine bessere Wertentwicklung als die zugrunde gelegte Benchmark zu erzielen. Für den Mikrofinanzmarkt hat der in Genf ansässige Finanzdienstleister Symbiotics einen eigenen Index entwickelt: den Symbiotics Microfinance Index (SMX). Seit 2004 fasst der SMX die Marktpreisentwicklung (engl. Net Asset Value) von aktuell acht EUR-Mikrofinanzfonds zusammen und dient als Referenz, an der sich die Portfoliomanager messen lassen dürfen. Als größter deutscher Mikrofinanzfonds ist der IIV Mikrofinanzfonds selbstverständlich im SMX-Euro vertreten.

Der Index berücksichtigt dabei alle Mikrofinanzfonds mit der gleichen Gewichtung, unabhängig von Größe und ihrem Risikoeinsatz. Ein Kritikpunkt von Nutzern des SMX-Index ist seine Heterogenität: Neben reinen Mikrofinanzfonds enthält der SMX auch Produkte, die Darlehen an mittelständische Unternehmen (engl. SME) vergeben. Allerdings ist der weitaus größte Teil aller Index-Konstituenten tatsächlich ausschließlich oder überwiegend in Mikrofinanzdarlehen investiert.1

Im folgenden Chart wird die stetige Entwicklung des SMX EUR seit seiner Auflage 2004 deutlich. Die grauen Balken zeigen die monatliche Wertentwicklung (linke Skala), die Linie stellt die Wertentwicklung dar (rechte Skala).

Quelle: Symbiotics (www.syminvest.com)


Man erkennt, dass die zu Beginn des Beitrags erwähnte „stetige Performance“ kein Reklamespruch ist. Der SMX mag bezüglich seiner heterogenen Zusammensetzung nicht perfekt sein. Er ist aber aktuell der einzige etablierte Index für die Mikrofinanzfondsbranche und somit die beste verfügbare Benchmark, um die Leistung des Portfoliomanagements zu beurteilen.

Soziale Rendite – die neue Kennzahl

Neben den diskutierten Finanzkennzahlen erhält die Wirkungsmessung der Fonds zunehmend Bedeutung und wird auch vom Gesetzgeber regulatorisch eingefordert. Die „soziale Rendite“, also welche nachhaltige Wirkung ein Investment erzielt, wird durch neue und verbesserte Messmethoden, mehr Datentransparenz und regulatorische/gesetzgeberische Vorgaben zunehmend messbar gemacht. Invest in Visions arbeitet intensiv daran, diese Zahlen in naher Zukunft noch umfangreicher und transparenter zu erfassen und zu veröffentlichen. Wie und mit welchen Partnern wir das tun, erzählen wir Ihnen demnächst in einem anderen Blog.

 

 

 

1 Aktuell im SMX-EUR vertreten:

BlueOrchard Microfinance Fund I

Dual Return Fund Vision Microfinance I

GLS Alternative Investments – Mikrofinanzfonds B

Invest in Visions Mikrofinanzfonds I

KCD Mikrofinanzfonds (FIS) I «Global» - EUR Klasse

KCD-Mikrofinanzfonds III

responsAbility Global Micro and SME Finance Fund EUR-H

responsAbility SICAV Micro and SME Finance Debt Fund I

19.05.2021

Autor: Michael Zink

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