Wir sind zusammen mit unseren Geschäftspartnern HANSAINVEST, Incofin und unserem Investment Advisor Enrique Blanco nach Lateinamerika gereist, um die Länder Peru, Ecuador und Kolumbien zu besuchen. Unser Ziel war es, Mikrofinanzinstitute zu treffen und mit Endkreditnehmern zu sprechen, um uns ein Bild vor Ort über die Investments der von uns verwalteten Fonds zu machen. Dabei haben wir festgestellt, dass die politische und wirtschaftliche Lage sowie die Herausforderungen durch Umweltkatastrophen in diesen Ländern besonders sind. Ein weiterer Fokus unserer Reise lag darauf zu überprüfen, wie die Finanzinstitutionen in diesen Ländern Nachhaltigkeitsthemen angehen. Dazu möchten wir von unseren Unternehmensbesuchen und den Eindrücken vor Ort berichten.

Unser erstes Reiseziel war Peru, wo wir in den Städten Lima und Trujillo Mikrofinanzinstitute und Endkreditnehmer getroffen haben. Peru hat strenge Corona-Maßnahmen durchgesetzt und leidet noch immer unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Dazu kommen Umweltkatastrophen und politische Krisen.

Besonders beeindruckend war der Besuch bei der “Sparkasse” Caja Trujillo. Dieses Institut zeigt, wie Mikrofinanz funktioniert und unterscheidet sich aufgrund der Kundenbindung und als wichtiger Partner für die Menschen vor Ort von der Herangehensweise nicht sonderlich von einer deutschen Sparkasse. Caja Trujillo hat ein weit verbreitetes Filialnetz und versorgt ländliche, oft ärmliche Regionen mit Krediten. Ihr Ziel ist es, die Digitalisierung voranzutreiben und die Anzahl der Filialen und Mitarbeiter zu erhöhen, um auch zukünftig eine wichtige Rolle für die Gesellschaft einnehmen zu können. Ein interessanter Aspekt ist die hohe Mitarbeiterzufriedenheit und das Ansehen der gesamten Branche. Aus diesen Gründen sieht man keine Probleme den Personalaufbau um ca. 20 Prozent gut und zügig umsetzen zu können.

Ein weiteres positives Beispiel ist die Produbanco in Quito, Ecuador. Diese Bank hat eine Bilanzsumme von 4 Milliarden US-Dollar und etwa 3400 Mitarbeiter. Sie zeichnet sich durch einen hohen Professionalisierungsgrad und die umfangreiche Berücksichtigung von ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) aus. Die Bank prüft zum Beispiel die Standorte der Kreditnehmer auf Risiken durch den Klimawandel und bietet bereits frühzeitig und proaktiv Schulungen und Begleitungen für die Kreditnehmer an, um das jeweilige Handwerk oder die Dienstleistung umwelt- und sozialverträglich anpassen zu können. Diese Herangehensweise ist in diesem Umfang nicht allgemein gefordert, sondern entsteht aus einer eigenen Motivation die Menschen zu einem nachhaltigeren Handeln zu bewegen.

Einen weiteren Besuch hatten wir bei der Alianza del Valle. Den Einblick, den man uns in die Kreditprozesse gewährt hat, waren wirklich beeindruckend. Besonders bemerkenswert ist die Mischung aus traditionellen und modernen Methoden, die hier zum Einsatz kommen. In den ländlichen Regionen werden die Kreditunterlagen teilweise noch händisch ausgefüllt, während der überwiegende Teil der Unterlagen mittlerweile digital erfasst wird.

Bei der Prüfung der monatlichen Haushaltsrechnungen und Business-Pläne greift die Alianza del Valle auf umfangreiche Erfahrungswerte zurück, um die Plausibilität der Geschäftsmodelle und Annahmen zu überprüfen. Neben Abfragen, die inhaltlich den Informationen der Schufa sehr ähnlich sind, gibt es auch persönliche Referenzen, die eine Empfehlung über den Kreditnehmer und seine Geschäftstätigkeit abgeben. Diese Referenz in Form einer Person wird im Kreditantrag festgehalten und auch in Bezug auf frühere Referenzen geprüft.

Vertrauen und Zuverlässigkeit spielen hierbei eine zentrale Rolle – schließlich leitet sich das Wort Kredit vom lateinischen „credere“ ab, was „vertrauen“ bedeutet. Die weiteren Prüfprozesse im Zusammenhang mit der Darlehensvergabe sind denen in Deutschland sehr ähnlich, was für eine hohe Qualität und Sorgfalt im Umgang mit den Krediten spricht.

Diese Einblicke verdeutlichen, wie die Alianza del Valle durch den Einsatz bewährter Methoden und moderner Ansätze eine zuverlässige und vertrauenswürdige Kreditvergabe sicherstellt, die sowohl den Bedürfnissen der Kreditnehmer als auch den Anforderungen von uns gerecht wird.

Zusätzlich haben wir die Gelegenheit genutzt um unseren langjährigen Geschäftspartner, die Banco Solidario, zu besuchen. Auch hier wurden wir sehr herzlich empfangen und haben neben einem aktuellen Ein- und Ausblick des Mikrofinanzinstituts auch zusätzlich eine tiefgehende Einschätzung zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage erhalten, die wir gemeinsam mit allen anderen Einschätzungen in einem separaten Blogartikel zusammengefasst haben.

Wir haben mehrere Endkreditnehmer getroffen, deren Ziel es ist, durch wirtschaftliche Aktivität ihre finanzielle Lage und die Bildungschancen ihrer Kinder zu verbessern. Erfolgreiche Projekte führen oft dazu, dass die Kreditnehmer später Mitarbeiter einstellen, was die wirtschaftliche Situation der gesamten Gemeinschaft verbessern kann.

In den besuchten Ländern ist ein interessanter Aspekt, dass Gebäude oft etappenweise gebaut werden. Das bedeutet, dass erst die Grundmauern oder die ersten Stockwerke fertiggestellt werden und weitere Etagen folgen, wenn neue finanzielle Mittel verfügbar sind. Diese Vorgehensweise verdeutlicht die generelle Herangehensweise an finanzielle Projekte, bei denen man in mehreren kleineren Schritten bis zur Vollendung von etwas Großen vorgeht.

Diese ganz typische und bodenständige Herangehensweise möchten wir euch an der Geschichte von Juan aufzeigen, bei der diese Mentalität auf den Mikrofinanzbereich übertragen wird.

Erfolgsgeschichte: Supermarkt-Expansion in Ecuador

Unsere Reise hat uns auch die unterschiedlichen klimatischen und landschaftlichen Bedingungen in den drei Ländern gezeigt. Während wir in Peru beim Anflug das grüne und fruchtbare Amazonasgebiet gut erkennen konnten, haben wir nach dem Überflug über die Anden vor allem die trockene Küstenregion kennengelernt. Quito in Ecuador ist deutlich grüner und kühler und durch Berge und Täler geprägt und bietet auch in der Stadt beeindruckende Nebelfelder. Barranquilla an der kolumbischen Karibikküste hat hingegen hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Diese Reise hat uns wertvolle Einblicke in die unterschiedlichen Gegebenheiten der Finanzinstitute und die Herausforderungen in Lateinamerika gegeben, die für unsere weiteren Investitionsentscheidungen für die von uns verwalteten Fonds wichtig sind. Insgesamt blicken wir positiv auf die Situationen und Pläne vor Ort und sind gefestigt in unserer Annahme, dass Mikrofinanz für die Menschen ein wichtiger Baustein für die persönliche, aber auch gesellschaftliche Entwicklung ist.

Über die wirtschaftliche und politische Situation Ecuadors haben wir bereits in unserem Länderbericht im Oktober letzten Jahres berichtet. Nun, etwas mehr als ein halbes Jahr später, haben wir uns selbst vor Ort ein Bild von den Veränderungen im Land und in der Gesellschaft gemacht. Diese Erfahrungen möchten wir mit Ihnen teilen und Sie gedanklich mit nach Ecuador nehmen.

 

Wirtschaftliche Dynamik

Ecuador, eingebettet im Nordwesten Lateinamerikas zwischen Peru und Kolumbien, ist ein Land mit einer reichen landschaftlichen und kulturellen Vielfalt. Trotz der Herausforderungen, denen es gegenübersteht, strahlen das Land und die Menschen eine bemerkenswerte Zuversicht aus.

Mit knapp 18 Millionen Einwohner ist Ecuador ein wichtiger Akteur im Exportsektor, insbesondere bei Produkten wie Kaffee, Bananen und Garnelen. Obwohl das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner mit 11.482 US-Dollar nach Kaufkraftparität zu den niedrigeren in Südamerika gehört, birgt die Wirtschaft des Landes beträchtliches Potenzial. Der starke Fokus auf die Erdölproduktion, die fast 60 Prozent der Exporte ausmacht, ist ein wichtiger Antrieb für das Wirtschaftswachstum. Durch den Mangel an größeren Unternehmen spielen Mikrounternehmen und KMUs eine entscheidende Rolle im privaten Sektor.

Ein besonderes Merkmal ist die Nutzung des US-Dollars als offizielles Zahlungsmittel seit dem Jahr 2000. Dies hat zur Stabilität des Landes beigetragen und die Wirtschaft vor den Herausforderungen der Inflation geschützt. Zudem sind die zahlreichen Arbeitsmigranten, die im Ausland leben und Gelder zurück zu Ihren Familien ins Land senden, ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftslandschaft Ecuadors.

 

Mikrofinanz: Eine Quelle der Hoffnung

Die ersten Gründungen von Mikrofinanzbanken in Ecuador in den 1980er Jahren und vor allem die Weiterentwicklung des Mikrofinanzsektors in den 2000er Jahren haben die wirtschaftliche Entwicklung des Landes maßgeblich beeinflusst. In einer Zeit, in der viele Menschen Hyperinflation und finanzielle Unsicherheit erlebten, bietet Mikrofinanz eine wertvolle Möglichkeit, finanzielle Stabilität zu erreichen. Durch den Zugang zu Darlehen, Spareinlagen und Versicherungen ermöglicht es den Menschen, ihre Existenzgrundlage zu verbessern und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu bieten.

Trotz der politischen Herausforderungen, die das Land durchmacht, bleibt die Nachfrage nach Mikrokrediten konstant. Die professionellen Mikrofinanzinstitute und die solide Regulierung bieten eine verlässliche Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Gläubigern, wie z. B. dem IIV Mikrofinanzfonds und den Mikrofinanzinstituten.

 

Politischer Wandel und Hoffnung

Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen bringen eine Zeit des Wandels und der Erneuerung für Ecuador. Trotz der politischen Spannungen und der Bedrohungen durch Bandenkriminalität und Drogenhandel bleibt die Hoffnung auf eine positive Zukunft bestehen.

Der Wahlsieg bei der Interimswahl des mitte-rechts Kandidaten Daniel Noboa signalisiert einen Neuanfang für das Land. Mit einem klaren Fokus auf die Ankurbelung der Wirtschaft, die Schaffung stabiler Arbeitsplätze und die Bekämpfung von Korruption und Gewalt bringt Noboa eine neue Dynamik in die politische Landschaft Ecuadors. Konkret hat er durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 12 Prozent auf 15 Prozent oder auch die Rücknahme der Steuersenkung auf etwaige Kapitalausfuhr erste Schritte für die Verbesserung des Staatshaushalts vorangebracht. Aber auch seine Maßnahmen im Umwelt-, Sicherheits- und Sozialbereich sind positiv zu werten, da er hiermit die soziale Ungleichheit und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern möchte. Wie diese Veränderungen in der Gesellschaft ankommen und ob sie fortgesetzt werden, wird sich bei den nächsten, turnusmäßigen Wahlen Anfang 2025 zeigen.

 

Fazit

Trotz der Herausforderungen, denen Ecuador gegenübersteht, ist das Land auf einem Weg des Wandels und der Hoffnung. Die Vielfalt der Landschaft, die Stärke der Wirtschaft und das Engagement der Menschen lassen darauf schließen, dass Ecuador eine vielversprechende Zukunft vor sich hat. Mit Mikrofinanz als Instrument zur Förderung finanzieller Inklusion und politischem Wandel als Treiber für positive Veränderungen steht Ecuador bereit, seinen Platz als aufstrebende Nation in Lateinamerika zu festigen.

Marketingmitteilung

Wie funktioniert die Darlehensvergabe bei einem Mikrofinanzfonds?

Die Darlehensvergabe an geeignete Mikrofinanzinstitute ist das Herzstück des finanziellen Erfolgs bei einem Mikrofinanzfonds. Denn nur die vertragsgemäße Rückzahlung des Mikrofinanzinstituts ermöglicht eine stabile positive Wertentwicklung für den Anleger. Aber auch die Grundlage der sozialen Rendite liegt in der Identifizierung der richtigen Partnerinstitute, da über diesen Weg die Endkreditnehmer erreicht und auf dem Weg der Rückzahlung begleitet werden.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen den Ablauf und die Arbeiten rund um die Darlehensvergabe und erklären, wieso dies das Fundament unseres Erfolgs beim IIV Mikrofinanzfonds ist.

Von der Investitionsentscheidung bis zur Darlehensvergabe

Der IIV Mikrofinanzfonds investiert weltweit in Entwicklungs- und Schwellenländern. Aktuell refinanziert der Fonds 85 Mikrofinanzinstitute in 32 Ländern. Bei der Darlehensvergabe arbeiten wir mit eigenen und externen Impact Advisor zusammen, die uns beim Auswahlprozess unterstützen. Die Aufgabe der Investment Advisor besteht darin, neue Mikrofinanzinstitute zu analysieren, die eine Refinanzierung benötigen. Um diesen Prozess zielgerichtet zu gestalten, kommunizieren wir vorab klar definierte Richtlinien zur Institutsauswahl. Diese konzentrieren sich insbesondere auf regulatorische und aufsichtsrechtliche Anforderungen.

Anhand eines eingereichten Factsheets des jeweiligen Mikrofinanzinstituts erfolgt eine erste Prüfung und Einschätzung durch das Portfoliomanagement bei Invest in Visions. Der Fokus dieser Prüfung liegt vor allem auf den Finanzkennzahlen des Mikrofinanzinstituts sowie einer ersten Prüfung der ESG-Ausschlusskriterien.

Fällt diese Prüfung positiv aus, führt der Investment Advisor eine Due Diligence des Mikrofinanzinstituts durch. Die Due Diligence beinhaltet umfassende Befragungen, angefangen bei der obersten Führungsebene bis hin zu den Abteilungsleitern (z.B. für Operations, Finanzen, Risikomanagement, Innenrevision, Impact). Auch Endkreditnehmer werden vor Ort befragt.

Der Umfang der Due-Diligence-Prüfung besteht nicht nur in der Untersuchung der Jahresabschlüsse des Unternehmens, sondern auch in der Prüfung der Prozesse, der Marktposition, der Qualität des Managements und der Einhaltung von Rechtsvorschriften innerhalb des Mikrofinanzinstituts. Die ESG-Strategie und Wirkungsanalyse sind integraler Bestandteil der Due-Diligence-Prüfung, wobei der Schwerpunkt auf Kundenschutz, Transparenz, faire Preisgestaltung und Schutz vor Überschuldung liegt.

Der folgende Prüfprozess basiert auf drei wesentliche Säulen:
1. Kredit- und Businessanalyse

Die Kreditanalyse ist eine sehr klassische Prüfung von Finanzkennzahlen mit dem Ziel, Sicherheit über die planmäßige Rückzahlung des Darlehens zu erhalten. Neben Rentabilität, Wachstum und Bonität wird auch die Verschuldungssituation untersucht. Zusätzlich zur quantitativen Analyse der Jahresabschlüsse führen wir auch eine nicht finanzielle Analyse des Geschäftsmodells und der Managementkapazität durch. Dazu gehört die Überprüfung des Kreditvergabeprozesses im Hinblick auf die Kreditfähigkeit und -würdigkeit der Endkreditnehmer, die Preisgestaltung, das Risikomanagement und -controlling, die Kundenbeziehungen, den Umgang mit notleidenden Krediten, die Wettbewerbsfähigkeit und die strategische Positionierung. Damit soll sichergestellt werden, dass wir das Geld der Anleger des IIV Mikrofinanzfonds in finanzstarke und sozial verantwortliche Finanzinstitute lenken, die lokale Kleinst- und Kleinunternehmen Zugang zu Finanzmitteln ermöglichen. Ebenso wichtig ist es, dass wir uns vor einer positiven Investitionsentscheidung über den von uns gemanagten IIV Mikrofinanzfonds vergewissern, dass die im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung ermittelten Risiken ausreichend abgemildert werden können.

2. ESG-Scoring

Da Mikrofinanz sowie die Institute i.d.R. keinen besonderen Fokus auf umweltbezogene Themen haben, liegt der Fokus bei dieser Messung auf dem Land in das investiert werden soll, wogegen Social- und Govenancethemen sehr individuell auf das Mikrofinanzinstitut geprüft werden. U.a. geht es hier auch um die Höhe der Zinssätze auf Endkreditnehmerebene.

3. Impact Scoring über Alinus

Für die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung des Investments verwendet das Fondsmanagement das ESG-Analysewerkzeug ALINUS, ein branchenanerkanntes Scoring Tool. Hieraus ergeben sich auch Informationen über die Sozial- und Umweltleistung sowie die Governance-Struktur der Investitionen. Der ALINUS Score des Instituts muss mindestens 55 Prozent betragen. Sind die Anforderungen erfüllt, kann das Investment getätigt werden. Die beschriebenen Prozesse sind Bestandteil der internen ESG-Richtlinie, deren Umsetzung im Wesentlichen in der Verantwortung unseres Impact- und Nachhaltigkeitsteams und des Portfoliomanagementteams liegt.

 

Fällt das Votum nach dieser umfassenden Prüfung positiv aus, überprüft ein weiteres Team aus dem Portfoliomanagement die Gesellschafterbeziehungen und das Management des Mikrofinanzinstituts auf frühere Verstöße oder Vorwürfe in Bezug auf Korruption, Geldwäsche oder andere Delikte (AML-KYC Prüfung).

Nach Abschluss all dieser Prüfungen kann ein positives Votum für die Refinanzierung des Mikrofinanzinstituts entstehen, so dass wir über den IIV Mikrofinanzfonds Darlehensverträge erstellen und dieser in die Umsetzung des Vorhabens geht.

Vor allem bei der erstmaligen Vergabe von Krediten ist es nicht ungewöhnlich, dass der zeitliche Ablauf von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Abschluss des Kreditvertrages bis zu sechs Monate dauern kann, was aber immer noch einem marktüblichen Zeitablauf entspricht.

Nach Abschluss des Darlehensvertrags durch den IIV Mikrofinanzfonds erhalten wir regelmäßig finanzielle Berichte, anhand derer wir die Entwicklung des Mikrofinanzinstituts beobachten und prüfen können. Ebenso erhalten wir auch Informationen über Sozialindikatoren, über die wir den Impact messen können. Sollten wir mit der Entwicklung des Mikrofinanzinstituts zufrieden sein und ist die planmäßige Rückzahlung des Darlehens an den IIV Mikrofinanzfonds erfolgt, ist eine Aufrechterhaltung dieser Geschäftsbeziehung oftmals der Fall und neue Darlehen werden mit diesen Instituten verhandelt.

 

 

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Das Konzept Mikrofinanz entstand aus der Idee der Hilfe zur Selbsthilfe. Ähnlich verhält es sich mit dem genossenschaftlichen System, das bereits im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Diese beiden Modelle weisen verschiedene Gemeinsamkeiten auf.

Beide entstanden aufgrund der Notwendigkeit, finanzielle Dienstleistungen für Menschen in der Region bereitzustellen, die normalerweise keinen Zugang zu traditionellen Finanzdienstleistungen haben. Das Ziel von Mikrofinanz und Genossenschaften war es, den Menschen durch Dienstleistungen die Gründung kleiner Unternehmen oder die Erweiterung bestehender Geschäfte zu ermöglichen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Im Laufe der Zeit hat sich der ursprünglich starke Solidargedanke bei beiden Konzepten zugunsten einer höheren Rentabilität verändert. Dennoch steht die Förderung und Betreuung der Mitglieder:innen und Kund:innen auch heute noch an erster Stelle, wie es in den genossenschaftlichen Satzungen festgelegt ist. Ähnlich verhält es sich bei den Mikrofinanzbanken.

Gründung der ersten Genossenschaftsbanken in Deutschland

Im 19. Jahrhundert hatten die Landwirtschaft und das Handwerk mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Es fehlten liquide Mittel für den Kauf von Betriebsmitteln, die für Bauernhöfe und Handwerksbetriebe unerlässlich waren.

Um dieses Problem anzugehen, gründete der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) die ersten Genossenschaften wie den Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte (1848), den Heddesdorfer Darlehnskassenverein (1864) und die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank (1872). Diese Genossenschaften sollten mittellosen Landwirten helfen und ihnen den erschwinglichen Einkauf von Produktionsgütern ermöglichen.

Der “Grüne Kredit” ermöglichte beispielsweise den Kauf von Saatgut und Dünger, der später mit den Ernteerträgen zurückgezahlt werden konnte. Raiffeisen gründete auch Spar- und Darlehenskassenvereine, die von örtlichen Gemeinschaften verwaltet wurden. Der Leitspruch “Einer für alle, alle für einen” wurde zur Grundlage des Handelns in den landwirtschaftlichen Genossenschaften.

Parallel dazu entstanden ab 1850 auf genossenschaftlicher Basis von Hermann Schulze-Delitzsch gegründete Spar- und Konsumvereine. Die Kreditgenossenschaften galten damals als innovative Neuerung. Später entwickelten sich daraus die Volksbanken, die ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland mit den Raiffeisenbanken fusionierten.

Menschen nur Geld zu geben, nimmt ihnen jede Initiative zur Selbsthilfe, jede Kreativität.

Muhammad Yunus im Interview mit Spiegel Online, 2007

Der Beginn der modernen Mikrofinanz

Mit dieser Einstellung erneuerte Muhammad Yunus – damals Dekan der Wirtschaftsfakultät der Chittagong University (Bangladesch) – den Leitgedanken finanzieller Inklusion und schuf das . Nach einer Hungersnot in Bangladesch im Jahr 1976 begaben sich Prof. Yunus und seine Studenten auf die Suche nach einem wirtschaftsfördernden, nachhaltigen Instrument, das für lebenswürdige Verhältnisse sorgen sollte.

Von der Korbflechterin Sufia Begum erfuhren sie von den hohen wöchentlichen (!) Zinsen, zu denen die Kleinunternehmerin einen Kredit von einem Kredithai aufnehmen musste, um den für ihr Geschäft notwendigen Bambus zu kaufen. Als Analphabetin wurden ihr von regulären Geschäftsbanken Darlehen verweigert. Die Zinsen wurden mit den durch ihr Geschäft gewonnenen Erträgen getilgt – ihr Gewinn war somit gleich Null.

Angetrieben von dieser Erfahrung gründete Yunus 1983 die Grameen Bank, was übersetzt bedeutet „Dorf-Bank“. Das Konzept lautete: Wirtschaftlich aktiven Menschen, denen von herkömmlichen Banken keine Darlehen gewährt wurden, einen Kredit zu geben, damit diese sich eine tragbare Existenz aufbauen können.

Auch der Grundgedanke von Muhammad Yunus, dass das Darlehensgeschäft für den Darlehensgeber ein Nullsummengeschäft sein sollte, hat sich im Laufe der Zeit zu Gunsten einer vorhandenen und wirtschaftlich notwendigen Profitorientierung verändert.

Rückblickend scheint es so, als sei das genossenschaftliche Modell seiner Zeit voraus gewesen und der Kerngedanke der Hilfe zur Selbsthilfe wurde in den letzten Jahrzehnten in den Entwicklungs- und Schwellenländern u.a. durch Mikrofinanzinstitute weitergetragen.

So wie sich das genossenschaftliche Modell von den ersten Gedanken bis zu dem heutigen, etablierten Modell entwickelt und verändert hat, kann man auch in dem verhältnismäßig jungen Mikrofinanzmarkt bereits Weiterentwicklungen und Veränderungen erleben.

Der unveränderte Fokus auf den Menschen und die Gesellschaft aber, mit dem Ziel einen positiven Beitrag für den jeweils Einzelnen leisten zu wollen, macht beide Modelle zeitlos und erfolgreich.

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