Im Mai 2025 reiste ein Team von Invest in Visions (IIV) nach Kenia, um gemeinsam mit unserem Partner The AECF, LLC (Africa Enterprise Challenge Fund) den von uns neu initiierten Fonds – IIV Solar Electrification Debt ELTIF – zu präsentieren. Darüber hinaus wurden mehrere Unternehmen der Solarbranche besucht, um deren Eignung als potenzielle Zielinvestments für den neuen Fonds analysieren zu können.
Am Sonntag, den 4. Mai flogen Geschäftsführerin Edda Schröder, Dr. habil. Moritz Isenmann (Senior Impact & Sustainability Manager) und Michael Zink (Chief Customer Officer) von Frankfurt nach Nairobi. Im Rahmen der Produktauflegung des neuen IIV Solar Electrification Debt ELTIF, (Erläuterung siehe Kasten) stand zunächst ein Besuch bei unserem Partner AECF (African Enterprise Challenge Fund) auf dem Programm. Der AECF verfügt über langjährige Marktexpertise und hat bereits mehr als 450 Millionen US-Dollar an Unternehmen im Bereich der dezentralen Photovoltaik-Anlagen bereitgestellt. Mit seinen Aktivitäten in 26 Ländern der Region Subsahara-Afrika ist er der ideale Partner für Invest in Visions bei der Analyse von Zielinvestments für den von uns gemanagten Fonds.
Das Konzept des IIV Solar Electrification Debt ELTIF
Das Konzept des IIV Solar Electrification Debt ELTIF sieht die gezielte Investition mit Fremdkapital (Darlehen) in Unternehmen vor, die sich auf Photovoltaik-Technologien spezialisiert haben und damit nachhaltige Energieversorgungslösungen in der Region Subsahara-Afrika ermöglichen. Besonderes Augenmerk wird auf gewerbliche Photovoltaik-Lösungen gelegt, wobei auch die produktive Energienutzung und Mini-Grids berücksichtigt werden. Durch die Bereitstellung dieser Darlehen soll der Publikumsfonds zur grünen Transformation beitragen und unterstützt damit gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort. Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF ist der erste europäische Fonds zur Finanzierung netzunabhängiger Elektrifizierung in Subsahara-Afrika. Er steht institutionellen und privaten Anlegern offen.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Am 6. Mai fand dann eine Präsentation des Fondkonzepts und der Zusammenarbeit zwischen AECF und IIV im Social House in Nairobi vor zahlreichen Unternehmens- und Verbandsvertretern statt. Die Gäste aus Deutschland stellten zunächst den neuen Fonds dem aufmerksamen Publikum vor, bevor Edda Schröder gemeinsam mit Victoria Sabula (CEO des AECF) die partnerschaftliche Zusammenarbeit symbolisch besiegelten.
Beim anschließenden Buffet gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch über den neuen Fonds und zur Diskussion mit den Veranstaltungsteilnehmern.
Eine Lodge in einem Naturschutzgebiet
Am nächsten Morgen ging es in aller Frühe mit dem Minibus raus aufs Land. Die Reisegruppe von AECF und IIV besuchte zunächst eine Lodge in einem Naturschutzgebiet, die mittels einer neu installierten Solaranlage und Batteriespeicherung unabhängig von der staatlichen Stromversorgung und von den in der Region unvermeidlichen Dieselgeneratoren geworden war. Durch die Sonnenenergie konnte der Betreiber der Lodge nicht nur seine Stromkosten signifikant senken, sondern auch durch den Wechsel von Diesel zu Photovoltaik werden dort ca. 200 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.
Der uns begleitende Geschäftsführer der ausführenden Solarfirma erklärte uns die Herausforderungen bei der Planung und Installation der Anlage. Um solche Projekte in der Fläche installieren zu können, benötigen lokale Solar-Unternehmen Zugang zu finanziellen Mitteln – der IIV Solar Electrification Debt Fonds kann hier in Zukunft ein Partner sein, um die Leistungen und Angebote der Solarunternehmen zu skalieren.
Eine echte win-win-Ingenieurleistung
Im weiteren Verlauf des Tages traf die Reisegruppe auf einen Blumen-Großzüchter, der täglich 90.000 Rosen nach Europa und in die arabische Welt verschickt. Hier hatten die Ingenieure des uns begleitenden Solarunternehmens auf den Bewässerungsteich eine schwimmende Solaranlage installiert.
Neben der Erzeugung grünen Stroms sorgte das schwimmende Panel gleichzeitig für eine Verschattung des Teiches. Weniger Wasserverlust, kühlere Wassertemperatur und – „on top“ – Kühlung der Panels von unten durch das schattige Wasser, wodurch die Panels effizienter Strom erzeugen. Eine echte win-win-Ingenieurleistung.
Während sich die Tröpfchenbewässerung mittels solargestützter Wasserpumpen in vielen derartigen Agrarbetrieben bereits durchgesetzt hat und zu messbaren Produktionsgewinnen führt, sind Photovoltaikanlagen und angeschlossene Speicherbatterien bislang noch eher selten anzutreffen. Angesichts des Sonnenscheinpotenzials im ostafrikanischen Becken ein sicherlich bemerkenswerter Aspekt. Ob Bewässerung, Kühlung, Verarbeitung oder Transport – Strom ermöglicht wirtschaftliche Aktivität. Und durch Solaranlagen erzeugter Strom erhöht sich zudem die betriebliche Resilienz gegenüber Netzausfällen und Dieselpreisschwankungen.
Auch beim Besuch eines Kleinbauern in der ostkenianischen Provinz wurde uns eindrucksvoll vorgeführt, wie signifikant sich Ernteerträge steigern lassen, wenn Solartechnik eingesetzt wird. Auf dem Hausdach des Bauern sorgt ein Solarpanel für die Strombewirtschaftung einer Wasserpumpe, die aus rund 13 Meter Tiefe Wasser pumpt, mit dem der Bauer seine Maisfelder bewässern kann.
Durch die regelmäßige Bewässerung gedeihen die Maispflanzen und Avocadobäume nicht nur deutlich besser als auf Feldern der bäuerlichen Nachbarn, die ausschließlich durch Regen bewässert werden. Sie reifen dadurch auch einen Monat früher als die Konkurrenz-Produkte, was zu zusätzlichen Gewinnen beim Verkauf sorgt. (Erinnern Sie sich bitte einmal daran, was Sie bereit sind für den ersten deutschen Spargel zu zahlen, der ab Anfang April in den hiesigen Spargelverkaufsständen angeboten wird – ganz ähnlich verhält es sich mit dem frühen Mais auf den Märkten Nairobis und Umgebung). Verlässliche, saubere und bezahlbare Energieversorgung ist besonders wichtig in ländlichen Regionen mit bislang unzureichender Infrastruktur.
Am letzten Tag unseres Aufenthalts konnten wir uns dann im städtischen Bereich von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für Solaranlagen überzeugen.
Auf dem Parkplatz einer internationalen Bank hatte ein lokales Ingenieurbüro eine Photovoltaikanlage installiert, in deren Schatten die Autos der Kunden und Angestellten der Bank Schutz vor der Sonne finden, während gleichzeitig die Photovoltaikanlage die Rechner und Klimaanlage der Bank mit grünem Strom versorgt. Auch auf dem Dach der Bank findet Solartechnologie Anwendung und reduziert Energiekosten.
Fazit
Das Team von Invest in Visions verließ Kenia nach einer Woche mit gefestigten Verbindungen und neuen Kontakten, mit positiven Eindrücken vom Potenzial der Region und mit der Überzeugung, mit dem IIV Solar Electrification Debt ELTIF ein Finanzprodukt initiiert zu haben, dass die grüne Transformation der Energieversorgung in Subsahara-Afrika voranbringen kann.