In welchen Ländern der IIV Mikrofinanzfonds ausgesuchte Mikrofinanzinstitute refinanziert (und in welchen nicht).

Der IIV Mikrofinanzfonds erwirbt mit den von den Investorinnen und Investoren angelegten Mitteln unverbriefte Darlehensforderungen gegen Mikrofinanzinstitute in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dabei werden die Mikrofinanzinstitute akribisch nach finanziellen und sozialen Kriterien ausgewählt. Neben der Beurteilung der Schuldentragfähigkeit und der Nachhaltigkeit des jeweiligen Finanzinstituts ist die Situation im jeweiligen Zielland ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung über den Ankauf einer Darlehensforderung. Warum der Fonds in manchen Regionen sehr stark und in anderen kaum vertreten ist, soll in diesem Beitrag erläutert werden.

Wir erklären außerdem, warum es wichtig ist, Mikrofinanzinstitute auch in Ländern mit autokratischen Regimen zu refinanzieren, warum der Fonds in China, der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, investiert und was uns veranlasst hat, in einem Land zunächst nicht mehr neu zu investieren.

Was uns ein Blick auf den Globus zeigt

Bei einem Blick auf die untenstehende Weltkarte fällt auf, dass der IIV Mikrofinanzfonds vor allem Mikrofinanzinstitute in Asien (46 Prozent) und in Mittel- und Südamerika (34,4 Prozent) refinanziert. Der Kaukasus (10,4 Prozent), Osteuropa (6,9 Prozent) und Subsahara-Afrika (2,3 Prozent) sind dagegen unterdurchschnittlich repräsentiert. Bei aktuell 91 Mikrofinanzinstituten in 33 Ländern (Stand: 30.11.2023) ist diese Verteilung nicht zufällig.

Bei der Prüfung vor einer Darlehenszusage („Due Diligence“) an ein Mikrofinanzinstitut prüft das Investmentkomitee des IIV Mikrofinanzfonds die Kreditfähigkeit des Finanzinstituts und stellt sein individuelles Nachhaltigkeits-Score fest.

Bevor jedoch ein Mikrofinanzinstitut überhaupt in die Prüfung aufgenommen wird, erfolgt im Zuge des Top-Down-Prozesses zunächst eine intensive Analyse bezüglich des Landes in dem das Mikrofinanzinstitut ansässig ist. Dabei wird untersucht, wie gut die Mikrofinanzregulierung des Landes ist, ob ein ausreichender Gläubigerschutz besteht und ob die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen des Landes finanzielle Investitionen hinreichend sicher erscheinen lassen. Darüber hinaus fließen Informationen über die sozioökonomischen Gegebenheiten sowie die Infrastruktur, die Wahrung der Menschenrechte, die Verbreitung von Korruption und weitere soziale Themen in die Entscheidung ein.

So gibt es zum Beispiel in unseren größten Zielländern Ecuador und Indien einen seit vielen Jahren etablierten Mikrofinanzmarkt mit starker Regulierung und guten Rahmenbedingungen für ausländische Kreditgeber. Noch dazu wurden die „Client Protection Principles“, also die Regeln zum Schutz der Endkreditnehmer vor Überschuldung und Fehlberatung, entwickelt durch die Social Performance Task Force, im Laufe der Zeit ausgebaut. Die Mikrofinanzinstitute, die durch den IIV Mikrofinanzfonds refinanziert werden, haben sich zu deren Einhaltung und Umsetzung verpflichtet. Der afrikanische Kontinent hingegen umfasst 54 Länder mit zum Teil sehr unterschiedlich entwickelten Finanzmärkten. Unsere Anforderungen an ein geeignetes Rendite-Risiko-Profil erfüllt dort derzeit kaum ein Finanzinstitut.

Unterstützt Mikrofinanz indirekt diktatorische Regime?

Der IIV Mikrofinanzfonds investiert ausschließlich in Mikrofinanzinstitute in Entwicklungs- oder Schwellenländern. Diesen Ländern ist häufig gemein, dass ihr politischer und gesellschaftlicher Entwicklungsstand nicht mit unseren westlich-demokratischen Wertvorstellungen übereinstimmt. Ob Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Schutz von Minderheiten, gesellschaftliche Teilhabe oder Wahlfreiheit – in vielen Zielländern werden der einheimischen Bevölkerung grundlegende Rechte vorenthalten. Darüber hinaus gibt es oft große Unterschiede zwischen verschiedenen sozioökonomischen Bevölkerungsschichten, es mangelt vielerorts an moderner, funktionierender Infrastruktur und Korruption ist häufig weit verbreitet – nur um Beispiele zu nennen.

Trotzdem ist es wichtig und richtig, insbesondere auch in Ländern zu investieren, die nach unseren Maßstäben nicht demokratisch regiert werden. Dabei gilt es hervorzuheben, dass es nicht bedeutet, dass durch Mikrofinanz Staaten finanziert bzw. gefördert werden. Der Fonds erwirbt keine Staatsanleihen, sondern fokussiert sich auf die Refinanzierung von Mikrofinanzinstituten, die Menschen Mittel zur Verfügung stellen, um sich eine Existenz aufbauen zu können. So soll der IIV Mikrofinanzfonds den Menschen vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe leisten: damit Arbeitsplätze entstehen, Infrastruktur aufgebaut wird, Zugang zu Bildung ermöglicht wird, Frauen Gleichberechtigung erfahren und ganz allgemein das Wohlstandsniveau angehoben wird. Denn nachhaltiger Wohlstand ist meist die Voraussetzung für demokratische Teilhabe.

Die Erfolgsgeschichten, die wir in unseren Monatsberichten und auf unserer Website veröffentlichen, unterstreichen häufig, dass die hauptsächliche Motivation zur Aufnahme eines Darlehens neben der Verbesserung des eigenen Lebensstandards die Ermöglichung der Bildungsteilhabe der nachfolgenden Generation ist.

Mitunter wird argumentiert, dass Mikrofinanz Arbeitsplätze schafft, was letztlich zur Stabilisierung von undemokratischen Regimen beitragen könnte. Gleichwohl zeigen viele Studien, dass sich gesellschaftliche Systeme zunehmend demokratisieren, wenn der Wohlstand der Bevölkerung zu wachsen beginnt. Primäres Ziel von Mikrofinanz ist die Unterstützung wirtschaftlich aktiver Menschen zur Verbesserung ihrer individuellen Situation. Mit dem Erreichen dieses Ziels trägt die Mikrofinanz zum wirtschaftlichen Wachstum eines Landes sowie zu sozioökonomischen Entwicklungen bei. Letztlich kann dies durch stärkere Teilnahme wachsender Bevölkerungsteile am gesellschaftlichen Leben Demokratisierungsprozesse begünstigen und auch eine Reduzierung von Fluchtursachen bewirken.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass für den IIV Mikrofinanzfonds Investitionen in Staaten, die internationalen Sanktionen unterliegen, wie Nordkorea, Iran, Jemen oder Russland ausgeschlossen sind.

Braucht China Mikrofinanz?

In einem Blogbeitrag von August 2023 haben wir uns mit der Frage “Braucht China Mikrofinanz?” beschäftigt. Die wichtigsten Gedanken fassen wir hier noch einmal zusammen:

Die Volksrepublik China ist seit 2010 die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Gemessen an der Kaufkraftparität liegt sie seit rund sieben Jahren sogar an der Spitze. Eine hohe Dynamik und große Bodenschätze, insbesondere an Seltenen Erden, haben das Land zu einer globalen Supermacht gemacht. Aufgrund der ausgeprägten regionalen Unterschiede gibt es in dem Land aber nach wie vor viele Menschen ohne Zugang zu Finanzdienstleistungen.

China verwendet eine selbst definierte Grenze für die Einkommensarmut von etwa 2,30 Dollar pro Tag. Die Weltbank zieht die absolute Armutsgrenze eigentlich bei 1,90 Dollar pro Tag – allerdings für Länder mit niedrigem Einkommen. Für Länder mit gehobenem mittleren Einkommen, zu denen auch China gehört, empfiehlt sie die Verwendung einer Armutsgrenze von 5,50 Dollar. Wendet man diese an, betrifft das immerhin noch 200 Millionen Chinesen (13 Prozent), die unter der Armutsgrenze leben.

In China sehen wir vor allem die Ungleichheiten zwischen Arm und Reich sowie Land- und Stadtbewohnern kritisch. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung besitzt ein Prozent der chinesischen Bevölkerung 30,6 Prozent (2020) des Gesamtvermögens und das Pro-Kopf-Einkommen auf dem Land war durchschnittlich dreimal niedriger als in der Stadt. Die regulatorischen sowie gesellschaftlichen Hürden für Landbewohner sind hoch, um dieselben Rechte und Zugänge zu grundlegenden Dienstleistungen wie Stadtbewohner zu erlangen.

Genau hier setzt der IIV Mikrofinanzfonds an, indem er Finanzinstitute refinanziert, die im ländlichen Gebiet aktiv sind. Aktuell arbeiten wir mit drei chinesischen Instituten zusammen, die durch die sogenannten Financial Management Offices dezentral organisiert sind. Die Institute sind als Non-Bank Financial Institution klassifiziert, also sind sie rechtlich gesehen keine Banken. Daher verfügen sie auch nicht über eine vollständige Banklizenz bzw. werden nicht von einer nationalen Bankenaufsichtsbehörde beaufsichtigt. Durch die Financial Management Offices sind sie dennoch stark reguliert. Sie müssen beispielsweise in jeder Provinz, in der sie tätig werden wollen, spezielle Lizenzen beantragen.

Kein Licht ohne Schatten – das Beispiel Kambodscha

Richtig eingesetzt kann Mikrofinanz also eine positive soziale und finanzielle Wirkung entfalten. Deshalb ist die Auswahl qualifizierter Mikrofinanzinstitute von entscheidender Bedeutung. In jüngster Zeit steht Kambodscha bzw. stehen dort aktive Mikrofinanzinstitute medial auf dem Prüfstand.

In einem Beitrag vom Juli 2023 haben wir bereits über die ambivalente Situation in Kambodscha berichtet: Mikrofinanz in Kambodscha – Invest In Visions

Im Impact Report 2022 haben wir zudem Folgendes publiziert:

2022 hat uns die Entwicklung des Mikrofinanzmarktes in Kambodscha intensiv beschäftigt. Eine im Mai 2022 erschienene unabhängige Studie des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg hat einerseits gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Kreditnehmer in Kambodscha die Kredite positiv bewertet und sie von den Mikrofinanzinstituten und deren Personal respektvoll behandelt werden. Andererseits wurde durch die Studie auch die hohe durchschnittliche Überschuldung der kambodschanischen Haushalte bestätigt, auf die Nichtregierungsorganisationen kritisch hinweisen. Wir standen und stehen in intensivem Austausch sowohl mit unseren Partnerinstituten als auch mit der Zivilgesellschaft und haben beschlossen, 2023 zunächst keine weiteren Investitionen in kambodschanische Mikrofinanzinstitute zu tätigen, sondern das Jahr für eine tiefgreifende Analyse des Mikrofinanzmarktes im Land zu nutzen. Zudem wurde festgelegt, künftig nur noch in kambodschanische Mikrofinanzinstitute zu investieren, die für Darlehen unter 2.500 US-Dollar keine Landtitel als Sicherheit verlangen und ihren Mitarbeitenden aggressive Haus-zu-Haus-Werbung untersagen. Beide Beschlüsse nehmen Empfehlungen auf, die in der Studie des INEF ausgesprochen werden.

In einigen Medien wurde die aktuelle Situation des Mikrofinanzmarkets in Kambodscha sehr einseitig und dramatisch dargestellt. Die in den Artikeln vorgeschlagenen “Lösungen” sind unseres Erachtens fehlgegriffen. Wir halten einen vollständigen Rückzug ethisch motivierter Geldgeber – wie er von den Nichtregierungsorganisationen vorgeschlagen wurde – für unangemessen, weil dadurch wahrscheinlich andere Investoren die entstandene Lücke füllen würden, deren Intention weitaus weniger sozial ausgerichtet und den Bedürfnissen der Endkreditnehmer angemessen erscheint.

Zusammenfassung

Mikrofinanz hat sich in den letzten zwanzig Jahren als ein wirksames Instrument zur Armutsbekämpfung etabliert. Zahlreiche Studien belegen, dass Mikrofinanz einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum in den Ländern des globalen Südens leistet. In diesen Zielländern entsprechen die gesellschaftlichen und politischen Umstände häufig nicht unseren Vorstellungen von einem demokratischen Gemeinwesen.

Unzureichende Infrastruktur, Korruption und die Verwehrung von Grundrechten gibt es häufig in den Ländern, in denen sich die Mikrofinanzinstitute befinden, die vom IIV Mikrofinanzfonds refinanziert werden. Wir glauben, dass Mikrofinanz einen wichtigen Beitrag dabei leisten kann, die wirtschaftliche Leistung der Bevölkerung zu verbessern, Wohlstand für viele zu schaffen, Gleichberechtigung zu gewährleisten und letztlich durch Verbesserungen der sozioökonomischen Bedingungen Fluchtursachen zu bekämpfen.

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Die politische Lage in Ecuador

Der nächste Präsident Ecuadors wird der mitte-rechts Kandidat Daniel Noboa. Noboa hat sich bei der Stichwahl am 15. Oktober mit einer Mehrheit von 51,8 % gegenüber seiner Konkurrentin Luisa Gonzalez durchgesetzt. Noboa ist mit seinen 35 Jahren aktuell der jüngste Präsident Lateinamerikas. Er wird sein Amt im Dezember 2023 antreten und voraussichtlich zunächst nur bis Mai 2025 Präsident von Ecuador sein. Grund dafür ist, dass Ex-Präsident Lasso im Juni 2023 das Parlament aufgelöst und Neuwahlen veranlasst hatte. Das Parlament hatte vorher ein Amtsenthebungsverfahren wegen Unterschlagungsvorwürfen gegen Expräsident Lasso angestrengt. Laut der ecuadorianischen Verfassung sind in so einem Fall vorgezogene Wahlen für die restliche Legislaturperiode notwendig. Noboa wird somit die restlichen 18 Monate von Lassos Legislaturperiode regieren und sich dann im Mai 2025 bei den Neuwahlen erneut aufstellen lassen. Die linksgerichtete Kandidatin Luisa Gonzalez, die in der ersten Runde noch die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte, gratulierte dem neuen Präsidenten Noboa zu seinem Wahlsieg und bot die Unterstützung ihrer Partei im Parlament an.   

Aufgrund der Ermordung des Präsidentschaftskandidaten Villavicienco am 10.08.2023 wurden am Tag der Wahlen 100.000 Soldaten in ganz Ecuador eingesetzt. Die Wahl verlief laut des Innenministers von Ecuador weitestgehend friedlich. Es soll bis zur Schließung der Wahllokale zu keinen gewalttätigen Ausschreitungen gekommen sein. 

Wer ist Daniel Noboa?

Noboa ist der Sohn des ecuadorianischen Bananen-Tycoons Álvaro Noboa, der als reichster Mann Ecuadors gilt. Sein Vater selbst hat schon fünf Mal bei den Präsidentschaftswahlen kandidiert, jedoch ohne Erfolg. 

Noboa ist mit dem Versprechen bei der ecuadorianischen Präsidentschaftswahl angetreten, die Wirtschaft anzukurbeln und die Steuern in Ecuador zu senken. Außerdem will Noboa stabile Arbeitsplätze für junge Leute schaffen. Denn rund ein Viertel der 13 Millionen wahlberechtigten Ecuadorianer ist zwischen 18 und 29 Jahre alt 

Da Noboa nur 18 Monate im Amt ist, bleibt für grundlegende Reformen wenig Zeit. Darüber hinaus werden weitere Herausforderungen auf ihn zu kommen. Ecuador ist hoch verschuldet. Zudem kämpft das Land mit einer immer weiter zunehmenden Welle an Gewalt durch die machtvollen Drogenkartelle. Die Mordrate ist innerhalb von zwei Jahren (2020-2022) um 245 % gestiegen. Inzwischen ist das Land von einem der friedlichsten Regionen in Südamerika zu einer der gewaltsamsten geworden. Doch Noboa verfügt über wenig politische Erfahrung und keinerlei Kenntnisse in der Leitung öffentlicher Institutionen. Die Hoffnung vor allem von jungen Leuten ist, dass Noboas´s Politik eine neue, junge Option für die Ecuadorianer ist, jenseits von den alten politischen Problemen und mit Blick auf die Zukunft der Jugend, die das Land gestalten soll.   

Heute endet der Wahlkampf und Morgen machen wir uns an die Arbeit.

Daniel Noboa

Laut eigener Aussage wird Noboa direkt am ersten Tag seiner Amtszeit mit der Arbeit beginnen und sich für ein neues Ecuador einsetzen, um das Land, das von Korruption, Gewalt und Hass überschattet ist, wieder aufzubauen. 

Die von Invest in Visions gemanagten Fonds sind aktuell mit knapp 10 % in Ecuador investiert. Es ist wichtig zu betonen, dass die politische Lage Ecuadors unseres Erachtens fast keine Auswirkungen auf Mikrofinanz hat. Negative Auswirkungen beobachten wir in den Zielländern des IIV Mikrofinanzfonds regelmäßig nur dann, wenn die Endkreditnehmer ihren unternehmerischen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen können, zum Beispiel im Falle eines Krieges oder Putsches.  

Die Republik Ecuador liegt im Nordwesten Lateinamerikas und grenzt an Peru und Kolumbien. Ein Großteil der knapp 18 Millionen Einwohner lebt vom Anbau von Exportprodukten wie Kaffee, Bananen und Garnelen. Ecuador ist beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner von 11.482 US-Dollar nach Kaufkraftparität das viertärmste Land Südamerikas. Das BIP pro Einwohner der Nachbarn Peru und Kolumbien beträgt 13.334 US-Dollar bzw. 14.485 US-Dollar. Zum Vergleich: das BIP pro Einwohner nach Kaufkraftparität von Deutschland beträgt 50.425 US-Dollar. Die Wirtschaft Ecuadors ist stark von der Erdölproduktion abhängig, die fast 60 Prozent der Exporte erwirtschaftet. Mangels größerer Unternehmenseinheiten machen Mikrounternehmen sowie kleine und mittelgroße Unternehmen (engl. SME) den größten Teil der Wirtschaftsleistung des privaten Sektors aus.

Seit dem Jahr 2000 hat Ecuador keine eigene Währung mehr, der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel. Eine weitere Besonderheit der Volkswirtschaft des Andenstaates sind seine zahlreichen Arbeitsemigranten. Etwa ein Fünftel der Ecuadorianer lebt im Ausland, vor allem in den USA und Spanien.

In den letzten Jahren ist Ecuador zunehmend zu einem Drogenumschlagplatz geworden. Die damit verbundene Bandenkriminalität hat die Mordrate in dem Land inzwischen sogar über das Niveau von Mexiko ansteigen lassen und beeinträchtigt das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben.

Der IIV Mikrofinanzfonds ist mit knapp 10 Prozent des Gesamtportfolios in ecuadorianische Mikrofinanzinstitute (MFI) investiert. Damit ist Ecuador schon beinahe traditionell das Land mit der höchsten Investitionsquote des Fonds, trotz der politischen und makro-ökonomischen Herausforderungen. Einer der Investitionsgründe ist die erwähnte “Dollarisierung” des Landes, die somit Währungsabsicherungskosten reduziert. Zudem verfügt Ecuador über professionelle Mikrofinanzinstitute und eine gute Regulierung, die eine vertrauensvolle und langfristige Zusammenarbeit zwischen Gläubigern und den Mikrofinanzinstituten ermöglicht.

Mikrofinanz in Ecuador

In einem Land wie Ecuador, in dem die meisten Menschen die Hyperinflation und den plötzlichen, rapiden Wertverlust ihres ersparten Geldes erlebt haben, wächst die Nachfrage nach Mikrokrediten stetig. Bevor es Mikrofinanz in Ecuador gab, konnten die Menschen Finanzmittel zumeist nur bei lokalen Geldverleihern erhalten, die sie häufig in die Verschuldung trieben. Seit der Einführung von Mikrofinanz erfreut sich dieses Finanzierungsmittel bei der Bevölkerung wachsender Beliebtheit: viele Menschen nutzen die Chance, sich mit Unterstützung der lokalen Mikrofinanzinstitute eine eigene Existenz aufzubauen und in ein finanziell stabiles Leben zurückzufinden. Menschen ohne finanzielle Sicherheiten erhalten Zugang zu Darlehen, Spareinlagen und Versicherungen. Endkreditnehmer erhalten die Möglichkeit, ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.

Politische Lage

Am 15. Oktober findet die Stichwahl der Präsidentschaftswahl statt. Überschattet von der Ermordung des Präsidentschaftskandidaten und Journalisten Fernando Villavicencio waren die Vorwahlen von Spannungen geprägt. Villavicencio war ein scharfer Kritiker der Korruption und des wachsenden Einflusses der Drogenkartelle. Denn Ecuador ist zu einer Transitroute für Kokain zwischen Peru und Kolumbien geworden. Die Situation im Land ist entsprechend angespannt, Schießereien auf offener Straße und Entführungen stehen auf der Tagesordnung.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen verlief nach dem gewalttätigen Wahlkampf überraschend ruhig und geordnet mit einer Wahlbeteiligung von 82,3 Prozent. Eine Stimmenmehrheit gewann die linksgerichtete Politikerin Luisa González mit 33 Prozent. Es wird erwartet, dass sie im Falle ihres Sieges bei der Stichwahl die Politik des ehemaligen Präsidenten Rafael Correa weiterführen würde. Correa stand von 2007 bis 2017 an der Spitze des Staates und vertrat eine linksorientierte Politik mit beeindruckenden Erfolgen in der Armutsbekämpfung, die zwischen 2007 und 2014 um 38 Prozent sank, während die extreme Armut sogar um 47 Prozent zurückging. Nach der Wahl des designierten Nachfolgers Lenin Moreno in das Präsidentenamt im Jahr 2017 distanzierte sich Letzterer zunehmend von der sozialen Politik seines Amtsvorgängers und demontierte sogar teilweise die sozialen Errungenschaften der Correa-Zeit. Die eingeleitete konservative Wende sorgte auch dafür, dass die einstigen Weggefährten inzwischen persönlich verfeindet sind. Correa lebt inzwischen im belgischen Exil, um einer mehrjährigen Haftstrafe zu entgehen. Unter einer Präsidentin Gonzalez könnten die sozialen Pläne der Correa-Zeit vermutlich wiederbelebt werden.

Den zweiten Platz im ersten Wahlgang belegte der konservative Abgeordnete Daniel Noboa mit 24 Prozent. Noboa entstammt einer der vermögendsten Familien des Landes, die ihr Geld mit dem Bananenexport gemacht hat. Sein zweiter Platz überraschte, da ihn viele Umfragen in den Tagen vor der Wahl noch abgeschlagen gesehen hatten. Alle Kandidaten des Rennens außer González einte das Ziel, eine Rückkehr zur Politik des Ex-Präsidenten Correa zu verhindern. Insofern ist ein Wahlsieg von Luisa González in der Stichwahl keinesfalls sicher, sollte es dem erst 35-jährigen Noboa gelingen, die Stimmen der bürgerlichen und konservativen Kräfte hinter sich zu vereinen.

Auswirkungen der Präsidentschaftswahlen auf Mikrofinanz

Man könnte vermuten, dass die angespannte und instabile Lage sowohl Auswirkungen auf die Endkreditnehmer als auch auf die Mikrofinanzinstitute und damit auf die Stabilität des IIV Mikrofinanzfonds hat. Allerdings hat die politische Situation in einem Land traditionell nur geringen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Fonds, da die Nachfrage nach Mikrofinanz-Krediten unbeschadet der politischen Situation besteht. Anders stellt es sich dar bei militärischen Handlungen, wie Krieg oder Putsch, oder Liquiditätssanktionen, wenn die Menschen in den betroffenen Ländern ihren unternehmerischen Aktivitäten nicht mehr nachgehen können. Insofern sind vom Ausgang der Wahl am 15. Oktober grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der vom IIV Mikrofinanzfonds refinanzierten Mikrofinanzinstitute zu erwarten.

Vier Gründe für eine stabile positive Rendite

Vier Gründe für eine stabile positive Rendite

Mikrofinanzfonds erwirtschaften neben einer finanziellen Performance vor allem eine soziale Rendite mit positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft und Umwelt. In den letzten Jahren konnten Mikrofinanzfonds vom allgemeinen Niedrigzinsumfeld und der hohen Unsicherheit in der Eurozone profitieren. Jährliche Erträge zwischen 1,5 % bis 2,5 % in Verbindung mit einer messbaren sozialen Rendite sorgten für einen stabilen Baustein im Portfolio.

Aufgrund gestiegener Kosten bei der Währungsabsicherung und Abwertung bei einigen Engagements von mexikanischen Mikrofinanzinstituten (MFI) konnte die R-Klasse (WKN A1H44T) des IIV Mikrofinanzfonds im Jahr 2022 +0,26 % und die I-Klasse (WKN A1H44S) im gleichen Zeitraum +0,76 % erwirtschaften. Im Vergleich dazu beendete die Benchmark, der Symbiotics Microfinance Index (SMX) in Euro, das Kalenderjahr mit einer negativen Performance von -0,04 %.

Mikrofinanz als Portfoliostabilisator

Angesichts der Wertentwicklung in den Aktien- und Anleihemärkten im gleichen Zeitraum ist dies immer noch ein zufriedenstellendes Ergebnis: Im gleichen Kalenderjahr haben Eurozonen-Anleihen historische Wertverluste erlitten und der DAX verzeichnete einen Rückgang von knapp 13 %. Der Mikrofinanz-Bereich blieb von der Talfahrt verschont. Allerdings konnte die stetige Performance-Entwicklung in den letzten Monaten nicht immer beibehalten werden. Vor dem Hintergrund der veränderten Zins-Landschaft bekommt die Frage der Performance-Erwartung für den Fonds eine zusätzliche Bedeutung.

Für das Jahr 2023 erwarten wir aus folgenden Gründe eine stabile positive Rendite:

1. Steigende Darlehenszinsen

Das global gestiegene Zinsniveau schlägt sich auch in der Konditionsgestaltung an die MFI nieder. Im Jahresverlauf 2023 werden 330 Mio. Euro der vom IIV Mikrofinanzfonds vergebenen Darlehen fällig, das entspricht 45 % aller im Fonds befindlichen Darlehen. Aktuell erfolgen Neuabschlüsse zu Konditionen, die den durchschnittlichen Zinssatz des Investmentportfolios um rund ein halbes Prozent erhöht haben. Diese höheren Darlehenszinsen erhöhen in Folge das Ausschüttungspotenzial für die Investor:innen des IIV Mikrofinanzfonds.

2. Absicherungskosten

Nach einem deutlichen Anstieg in der zweiten Jahreshälfte 2022 erwarten wir, dass die Kosten der Währungsabsicherung im Jahr 2023 wieder sinken werden. Es ist traditionell herausfordernd, eine Prognose hinsichtlich der Leitzinsenpolitik von EZB und FED zu erstellen. Allerdings deuten viele makro-ökonomische Zeichen darauf hin, dass ein weiteres Auseinanderdriften von amerikanischen und europäischen Geldmarktzinsen als unwahrscheinlich gelten kann. Folglich sollten sich die im Markt gehandelten Terminquotierungen für EUR/USD wieder entspannen. Der FX-Markt hat diese Erwartung bereits zum Ausdruck gebracht.

3. Bonität des Portfolios

Die Abwertungen der mexikanischen Mikrofinanzinstitute hatten im zweiten Halbjahr 2022 einen negativen Effekt auf die Wertentwicklung von rund einem Prozentpunkt. Die Kapitalausstattung und Profitabilität der durch den IIV Mikrofinanzfonds refinanzierten MFI hat inzwischen wieder ein vor-pandemisches Niveau erreicht. Im Januar 2023 gab es lediglich noch 0,5 % Darlehensstundungen im Vergleich zu 6,1 % im Oktober 2020. Auch die Anzahl der restrukturierten Darlehen hat sich in diesem Zeitraum mehr als halbiert. Es gehört zum Wesen des Mikrofinanzkonzepts, dass Ausfälle und Rückstellungen aufgrund adverser Bewertungen auch in Zukunft vorkommen können.

4. Verzinsung der Liquidität

Der IIV Mikrofinanzfonds hält 10 % bis 15 % des verwalteten Fondsvolumens als Liquidität. Während diese Reserve im ersten Quartal 2022 noch im Durchschnitt mit negativen 0,3 % p. a. verzinst wurde, werden freiwerdende Gelder des Fonds inzwischen wieder zu Zinssätzen zwischen 2,0 % bis 2,5 % angelegt. Dies sorgt für einen positiven Beitrag für die gesamte Performance des Fonds.

Fazit

Wir sind zuversichtlich, dass neben der messbaren sozialen Rendite, einer geringen Korrelation zu anderen Assetklassen, einer auch zukünftig geringen Verlustwahrscheinlichkeit und einer hohen Diversifikation der Risiken durch breite Streuung in über 30 Länder und weit mehr als 90 Mikrofinanzinstitute auch die stetige und volatilitätsarme Wertentwicklung wieder ein Argument sein wird, das für den Erwerb des IIV Mikrofinanzfonds spricht.

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Devisenkurse unterliegen mitunter heftigen Preisschwankungen, die für Investor:innen eine kaum zu kalkulierende Risikoquelle darstellen. Insbesondere in Ländern mit mangelnder politischer oder finanzieller Stabilität ist die Währungsvolatilität eine Herausforderung für Risikomanager:innen. Dazu gesellt sich eine oftmals geringe Liquidität der Absicherungsprodukte, was sich in weiten Geld-Brief-Spannen und somit höheren Kosten ausdrückt. Darum ist die sorgfältige Absicherung von Währungsrisiken eine Grundvoraussetzung für den langfristigen Anlageerfolg.

Insbesondere Impact Investor:innen stehen in der Verantwortung, die lokalen Finanzmärkte in den Zielländern zu fördern und die Refinanzierung für die ausgewählten Mikrofinanzinstitute (MFI) so attraktiv wie möglich zu gestalten. Auch aus diesem Grund hat Invest in Visions bereits vor einigen Jahren begonnen, den Anteil von Darlehen in den Lokalwährungen der Zielländer im Portfolio sukzessive zu erhöhen. Demnächst wird das Portfoliomanagement des IIV Mikrofinanzfonds mithilfe einer von staatlicher Seite unterstützten Plattform die Palette investierbarer lokaler Währungen deutlich erweitern.

Wachsender Anteil von Darlehen in Lokalwährung

Der IIV Mikrofinanzfonds erwirbt unverbriefte Darlehensforderungen vornehmlich in USD und EUR von ausgewählten Mikrofinanzinstituten (MFI) aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Per 31.7.2022 betrug der Anteil der Darlehen in US-Dollar 59 % des Bestandes, während der Euro-Anteil bei 30 % lag.

Die verbleibenden 11 % der Gelder waren in Darlehen in lokaler Währung angelegt (siehe Grafik). Dabei handelte es sich um den chinesischen Renminbi (CNH), den kolumbianischen Peso (COP), die indonesische Rupiah (IDR), den kasachischen Tenge (KZT), den mexikanischen Peso (MXN) und den thailändischen Baht (THB). All diesen Währungen ist gemein, dass sie über einen liquiden Währungsterminmarkt (FX Forward) verfügen, der Absicherungsgeschäfte mit Laufzeiten in der Regel bis zu zwei Jahren erlaubt.

Erhöhter Impact durch Vergabe von Darlehen in lokalen Währungen

Die Vergabe von Darlehen in Lokalwährung anstelle von EUR oder USD an die MFI hat einige Vorteile: Sie ermöglicht die direkte Weitergabe von Fremdkapital ohne kostenintensive Währungsabsicherung durch das MFI bei der jeweiligen Zentralbank. Dadurch entfällt einmalig die Geld-Brief-Spanne, was eine signifikante Ersparnis für das MFI darstellt. Zudem ist die Kapitalversorgung in Lokalwährung häufig krisenresistenter und trägt zur Weiterentwicklung und Stabilisierung des lokalen Finanzmarktes bei. Und zuletzt verhindert sie, dass Schuldner bei einer massiven Abwertung der Lokalwährung gegenüber einer Drittwährung (z.B. USD, CHF oder EUR) Gefahr laufen, ihren Schuldendienst nicht mehr leisten zu können. Darum ist es das Bestreben des Portfoliomanagements, den Anteil der erworbenen Darlehen in Lokalwährung am gesamten Portfolio kontinuierlich auszubauen.

Absicherung durch FX Forwards

Da der IIV Mikrofinanzfonds in EUR denominiert ist, müssen alle Fremdwährungspositionen gegen EUR abgesichert werden. So schreibt es auch der Verkaufsprospekt vor.

Dies geschieht, indem das Portfoliomanagement des Fonds regelmäßig Devisentermingeschäfte („FX-Forwards“) eingeht. Bei diesen Geschäften wird bereits heute ein zukünftiger FX-Wechselkurs für den Termin der Fälligkeit des jeweiligen Darlehens bei Eingehen der Position festgelegt. Dadurch wird das Portfolio gegen Währungsschwankungen während der Laufzeit des Darlehens weitgehend immunisiert.

Für illiquide Währungen besteht die Möglichkeit der Absicherung über Non-deliverable Forwards (NDF). Die Ausführung aller Geschäfte geschieht selbstverständlich auf „best-price-execution“-Basis. Häufig werden die betreffenden Darlehen nicht über die gesamte Laufzeit abgesichert, sondern in Etappen für 1, 3, 6, 9 oder 12 Monate. Aus Gründen der Effizienz und der Übersichtlichkeit werden Termingeschäfte gebündelt und auf wenige Fälligkeitstermine gelegt, sodass keine einzelnen Geschäfte für jedes einzelne Darlehen benötigt werden.

Der Terminkurs per Fälligkeit des Darlehens bestimmt sich technisch über den aktuellen Wechselkurs sowie die jeweiligen Zinssätze der beteiligten Währungen über die jeweilige Laufzeit.

An der Grafik erkennt man, dass eine Veränderung der Zinssätze in einem Land/Währungsbereich unmittelbare Auswirkungen auf die Absicherungskosten hat. Steigen zum Beispiel die USD-Zinsen im Vergleich zu den EUR-Zinsen, muss der Fonds mehr EUR kaufen, um bei Fälligkeit die USD-Position glattstellen zu können.

Diese Erfahrung mussten viele EUR-denominierte Fonds in den Jahren 2018/19 machen, als sich die Absicherungskosten für USD-denominierte Darlehen aufgrund steigender US-Geldmarktsätze deutlich verteuerten.

Die amerikanische Notenbank FED hatte damals begonnen, die kurzfristigen Zinsen (Fed Funds) zu erhöhen, wohingegen die Europäische Zentralbank (EZB) weiter an ihrer Nullzinspolitik festhielt. Der daraus resultierende wachsende Zinsunterschied zwischen beiden Währungen führte zu einer deutlichen Verteuerung der Devisenterminkurse gegenüber den Kassakursen. Der Fonds musste in Folge immer mehr EUR aufwenden, um die steigenden US-Zinsen auszugleichen. In den letzten Monaten haben sich die US-Geldmarktzinsen wieder von den europäischen Sätzen abgekoppelt und sorgten erneut für einen Anstieg der Absicherungskosten in EUR/USD.

Absicherung durch FX Forwards

Während für die Währungspaare der meisten OECD-Länder schon seit vielen Jahrzehnten ein liquider Devisenterminmarkt existiert, sind die Marktbedingungen vieler Emerging Markets-Währungen noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Höhere Kosten, geringere Liquidität und wenige Marktteilnehmer erschweren die Investitionsbedingungen.

Um Investor:innen eine Absicherungsmöglichkeit anzubieten, wurde 2007 der Currency Exchange Fund (TCX) entwickelt als Anbieter für Währungsabsicherungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Getragen wird der Fonds von 22 multilateralen und bilateralen Entwicklungsfinanzierungsinstituten (DFI), Mikrofinanz-Investoren und der deutschen Bundesregierung sowie dem Außenministerium der Niederlande. Dabei tritt TCX als Market-Maker in Währungen und Laufzeiten auf, die von kommerziellen Banken nicht abgedeckt werden. Dies betrifft insbesondere Währungen, die über keinen liquiden Devisen-Terminmarkt verfügen. TCX nimmt diese Positionen ohne Absicherung auf das eigene Buch. Das Risikomanagement erfolgt durch die Diversifikation über eine große Anzahl von lokalen Währungen weltweit. Zusätzliche Sicherheit gibt eine starke Kapitalisierung des Fonds durch die oben genannte Investor:innen.

Somit ist es Marktteilnehmern wie dem IIV Mikrofinanzfonds erstmals möglich, direkt in Lokalwährungen zu investieren, die bislang nur über den Umweg einer Refinanzierung in USD oder EUR zugänglich waren. Dadurch spart der Fonds mittelfristig Kosten, erhöht den Impact seiner Darlehen und erweitert die Palette investierbarer Lokalwährungsländer. Durch die Absicherung von Währungsrisiken in mittlerweile über 70 Ländern des globalen Südens trägt der TCX zu einer nachhaltigen Entwicklung in Schwellen- und Grenzmärkten bei.

Wichtige Hinweise
Die Kommentare werden ad hoc veröffentlicht, um Investor:innen über wichtige Entwicklungen über die Produkte der Invest in Visions GmbH zu informieren.

Dieser Artikel ist kein Prospekt, kein Angebot, keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, eines Finanzinstruments oder einer Finanzanlage. Es ist keine Bestätigung von Bedingungen eines Geschäfts. Es ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung durch eine unabhängige Anlageberatung. Finanzinstrumente bergen Chancen und Risiken, wie Kursschwankungen, Wertminderungen und vollständige Ausfälle. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für die Zukunft. Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Prüfung erstellt. Gleichwohl können wir Irrtümer oder Druckfehler nicht ausschließen.

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