Invest in Visions erweitert ab 1. April das Business Development Team – diesmal aus den eigenen Reihen. Maischa Friedrich hat nach drei erfolgreichen Jahren als Werkstudentin nun die Stelle als Business Development Specialist übernommen.

Seit 2020 arbeitete sie bereits während ihres Bachelorstudiums der Wirtschaftswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg bei dem Impact Investor. Anfang 2024 hat sie erfolgreich ihr Management Masterstudium an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz absolviert.

“Die Wahl des Arbeitgebers, gerade für eine Tätigkeit parallel zum Studium, hat große Auswirkungen auf die individuelle Entwicklung. Invest in Visions hat mir von Anfang an Aufgaben und Verantwortungen übertragen, durch die ich zu der Persönlichkeit heranwachsen konnte, die ich heute bin,” so Maischa Friedrich.

Wir freuen uns, dass sich Maischa nach ihrer Zeit als Werkstudentin, jetzt auch als Vollzeitkraft für uns entschieden hat. Sie hat uns in den vergangenen Jahren tatkräftig unterstützt und gezeigt, dass sie unsere Arbeit als Impact Investor lebt und liebt.

Edda Schröder, Gründerin und Geschäftsführerin von Invest in Visions

Invest in Visions, ein führender Portfolioverwalter in den Bereichen Mikrofinanz und Impact Investments, erweitert ab 1. Februar sein Business Development Team mit Melanie Brandstädter als Client Support Manager.

Melanie Brandstädter bringt umfassende Erfahrung im Bereich Vertriebsunterstützung und Marketing mit. Unter anderem war sie über 13 Jahre beim Asset Manager Franklin Templeton Investments tätig, zuletzt als Senior Client Service Analyst. Ihre tiefgreifende Expertise wird Melanie Brandstädter für die Entwicklung und Pflege der wichtigen Kundenbeziehungen einsetzen und so das Wachstum und den Erfolg von Invest in Visions weiter vorantreiben.

Wir freuen uns, Melanie Brandstädter für unser Team gewonnen zu haben. Sie wird mit ihrem umfangreichen Wissen, ihrer Erfahrung und ihrem Engagement eine große Bereicherung für Invest in Visions sein. Melanie wird eine wichtige Rolle dabei spielen, unsere Geschäftsziele zu erreichen und unseren Kunden erstklassige Dienstleistungen anzubieten

Edda Schröder, Gründerin und Geschäftsführerin von Invest in Visions

  • Eignet sich Mikrofinanz als Diversifikator?
  • Wie stark korreliert Mikrofinanz mit anderen Anlageklassen?
  • Steigert Mikrofinanz nur die soziale Rendite oder auch die Effizienz eines Portfolios unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten?

 

Durch das beachtliche Wachstum des Mikrofinanzsektors in den letzten Jahrzehnten geriet Mikrofinanz auch als Anlageklasse immer stärker ins Blickfeld der Investoren.

Schnell stellte sich die Frage, wie die Anlageklasse vor dem Hintergrund von Risiko-Rendite-Überlegungen einzustufen ist. Bisher war man der Meinung, dass Mikrofinanz nicht mit den traditionellen Anlageklassen korreliert.

Die empirische Untersuchung einer Bachelorarbeit an der TH Köln gibt nun Aufschluss. Über einen Betrachtungszeitraum von 18 Jahren hat sich gezeigt, dass sich nachweisbare Trends in Bezug auf die Korrelationsrichtung und -stärke abzeichnen und Investoren künftig bei der Beimischung von Mikrofinanzfonds stärker differenzieren müssen.

Wir haben für Sie die neuesten Erkenntnisse über die Korrelationsstärke von Mikrofinanzanlagen zu anderen Anlageklassen, ihre Entwicklung und ihr Verhalten in Krisenzeiten analysiert. Welche Möglichkeiten sich durch den Einsatz von Mikrofinanzprodukten auf die risikobezogene Portfoliooptimierung ergeben, ist ebenfalls Gegenstand in diesem Whitepaper.

Formular ausfüllen und Whitepaper lesen

Sie möchten mehr erfahren? Dann füllen Sie bitte untenstehendes Formular aus und Sie erhalten das Whitepaper unverzüglich in Ihrem Postfach. Oder schreiben Sie uns eine Nachricht an info@investinvisions.com. Wir schicken Ihnen gerne auch ein physisches Exemplar zu.

Wir freuen uns, Sie herzlich zur nächsten HANSA Champions Tour einzuladen.

Mit dabei in diesem Jahr: Ein vermögensverwaltender Mischfonds, ein echter Multi Asset-Fonds, zwei Aktienfonds mit völlig unterschiedlichen Konzepten, ein mit künstlicher Intelligenz optimierter Optionsprämienfonds sowie unser IIV Mikrofinanzfonds.

Nach einem Einführungsvortrag von Jürgen Dumschat jeweils um 13.30 Uhr werden die sechs Gesellschaften ihre Fonds in einem jeweils halbstündigen Vortrag präsentieren. In den großzügigen Kaffeepausen sowie beim anschließenden Buffet besteht Gelegenheit, alle Fragen zu den Fonds im persönlichen Gespräch zu klären.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Am 28. Februar ab 13.30 Uhr öffnet die HANSA Champions Tour ihre Toren im Van der Valk Airport Hotel in Düsseldorf.

Einen Tag später werden wir ab 13.30 Uhr im Dolce by Wyndham in Bad Nauheim (bei Frankfurt) sein.

Am 12. März verschlägt es uns in die Hauptstadt. Ab 13.30 Uhr sind wir im The Westin Grand Berlin.

Einen Tag später sind wir am 13. März im Steigenberger Hotel Hamburg ab 13.30 Uhr.

Den Abschluss der Tour macht München. Am 19. März sind wir ab 13.30 Uhr im Maritim Hotel München.

Webkonferenz IIV Mikrofinanzfonds

Aller guten Dinge sind drei

Mikrofinanzfonds erwirtschaften neben einer finanziellen Performance vor allem eine soziale Rendite mit positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft und Umwelt. Warum ein Mikrofinanzfonds darüber hinaus als Portfoliostabilisator gelten kann, zeigen wir Ihnen in der aufgezeichneten Webkonferenz.

Aufzeichung ansehen

In dieser Ausgabe widmen wir uns im ersten Artikel dem siebten Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen (SDG 7), dem Zugang zu sauberer und bezahlbarer Energie. Der neue Tracking-SDG 7 Bericht, der 2023 unter anderem von der Weltbank und der International Renewable Energy Agency herausgegeben wurde, bestätigt, wie weit wir noch davon entfernt sind, dieses Ziel bis 2030 zu erreichen. Wir zeigen auf, wie Off-Grid Elektrifizierung dazu beitragen kann, dieses Ziel zu erreichen.

Im zweiten Artikel der Impulse stellen wir das Whitepaper vor, das wir in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln erstellt haben. Bisher wurde angenommen, dass Mikrofinanz nicht mit den traditionellen Anlageklassen korreliert. Die empirische Untersuchung im Rahmen einer Bachelorarbeit zeigt nun, dass sich nachweisbare Trends in Bezug auf die Korrelationsrichtung und -stärke abzeichnen und Investoren bei der Beimischung von Mikrofinanzfonds künftig stärker differenzieren müssen.

Invest in Visions gewinnt zwei Boutiquen Awards

Der Impact-Investor Invest in Visions hat den Boutiquen Award in den Kategorien „Nachhaltigkeit“ und „Anlegerkommunikation“ erhalten. Die Boutiquen Award Auszeichnungen sind Investmentfonds von kleineren unabhängigen Asset Managern vorbehalten, die sich unter anderem durch eine gute Produktqualität und hohe Transparenz von den Mitbewerbern absetzen.

Initiiert von Mein Geld Medien, AECON Fondsmarketing und Pro BoutiquenFonds werden Preise in zehn unterschiedlichen Kategorien vergeben. Zur Jury zählen erfahrene Branchenkenner, unter anderem Dr. Hendrik Leber, geschäftsführender Gesellschafter der ACATIS Investment KVG mbH, Detlef Glow, Head of Lipper EMEA Research, Refinitiv sowie Roland Kölsch, Qualitätssicherungsgesellschaft Nachhaltiger Geldanlagen mbH.

Laudator Jörg Stotz, Sprecher der Geschäftsführung bei HANSAINVEST, der den Preis in der Kategorie „Anlegerkommunikation“ überreichte, hob vor allem die Transparenz sowie die zunehmende Meinungsführerschaft von Invest in Visions hervor: „Mit Content-Strategien produzieren die Mitarbeiter produktneutrale Blogbeiträge, um den Anlegern ihre Impact-Investing-Botschaften zu vermitteln.“ Damit trage Invest in Visions signifikant zur Schärfung des Verständnisses für Impact Investing und insbesondere für Mikrofinanz bei.

Diese Gesellschaft hat das Thema Marketing verstanden, es werden alle Kanäle auf diversifizierte Art und Weise genutzt, um die vielen verschiedenen Kundengruppen bestmöglich zu erreichen

Jörg Stotz, Sprecher der Geschäftsführung bei HANSAINVEST

Gunnar Rieke, Head of Investor Services bei Donner & Reuschel, würdigte in seiner Laudatio in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ die Nachhaltigkeitspositionierung von Invest in Visions insgesamt, nicht nur einen einzelnen Investmentfonds: „Von formellen Richtlinien mit einer Nachhaltigkeitsstrategie sowohl auf Unternehmens- als auch Portfolioebene über konkrete SDG-Zielsetzungen im Rahmen des Art. 9 der Offenlegungsverordnung mit klaren KPIs und einem damit zusammenhängenden strukturierten Prüfprozess bis zu einer regelmäßigen Berichterstattung mittels verschiedener Kommunikationswege ist bei Invest in Visions alles vorhanden, was ein professioneller Impact-Manager benötigt.“

Invest in Visions ist ein würdiger Preisträger des diesjährigen Boutiquen-Awards Nachhaltigkeit.

Gunnar Rieke, Head of Investor Services bei Donner & Reuschel

Edda Schröder, Gründerin und Geschäftsführerin von Invest in Visions, nahm die beiden Awards stolz entgegen: „Es freut mich und mein Team sehr, dass wir in den Kategorien ‚Anlegerkommunikation‘ und ‚Nachhaltigkeit‘ ausgezeichnet wurden. Uns ist es wichtig, dass wir unsere in über 15 Jahren erworbene Impact-Investing-Expertise einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und wir als Impact-Investor beim Thema Nachhaltigkeit immer den extra Schritt gehen.” Ein besonderer Dank gelte dem gesamten, internationalen Team von Invest in Visions, ohne das die Preise nicht hätten gewonnen werden können.

Die Auszeichnungen wurden im Rahmen einer Galaveranstaltung am 12. Oktober 2023 in Frankfurt verliehen. Auf dem Foto zu sehen sind (von links nach rechts): Stefanie Weber, Valerie Leip, Edda Schröder, Maischa Friedrich und Ariane Schoen.

Erfahren Sie, wie Mikrofinanz Menschen auf der ganzen Welt Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht und wie ein Mikrofinanzfonds dazu beiträgt, positive soziale und wirtschaftliche Veränderungen herbeizuführen. 

  • Was ist Mikrofinanz und warum ist es wichtig?
  • Wie funktioniert Mikrofinanz?
  • Die Rolle eines Mikrofinanzfonds
  • Wie Sie sich engagieren können 

Follow the Impact

Visionen fördern in Usbekistan

Im Rahmen einer fünftägigen Reise begaben wir uns mit einer Gruppe von Investoren des IIV Mikrofinanzfonds nach Usbekistan, um vor Ort das nachhaltige Wirkungspotential von Mikro- und KMU-Krediten zu erfahren. Dafür organisierten wir neben dem Besuch der Zentralbank von Usbekistan und mehreren Mikrofinanzinstituten auch einige Treffen mit Endkreditnehmern der durch den IIV Mikrofinanzfonds refinanzierten Institute . Die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse möchten wir gerne mit Ihnen in unseren aktuellen Impulsen teilen. Erfahren Sie aus erster Hand, was wir erlebt haben.

Wenn Sie noch tiefer in unsere Reise eintauchen möchten oder nach objektiven Standpunkten suchen, haben einige Teilnehmer der Reise weitere Artikel veröffentlicht:

Im Evergreen Blogartikel gibt es einen Überblick über den IIV Mikrofinanzfonds und einen Einblick der verschiedenen aufregenden Destinationen, die Evergreen-Portfoliomanager Benjamin Kaden auf seiner Reise besucht hat. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Einblick in unsere als auch Evergreens Mission und Engagement für nachhaltige Investitionen.

Auch Martin Cech, Fondsmanager des ERSTE RESPONSIBLE MICROFINANCE, nimmt Sie mit auf die Reise. Er beleuchtet im ersten Artikel die Hintergründe der besuchten Finanzinstitute und teilt Informationen über die Investitionsmöglichkeiten, die sich hier bieten.

In seinem zweiten Artikel geht Martin Cech noch einen Schritt weiter und beschreibt  detaillierte Einblicke in die Welt der Kleinstunternehmen in Usbekistan. Hier erfahren Sie aus erster Hand, wie diese Unternehmen dank der Unterstützung von Mikrofinanzinstitutionen zu blühenden Geschäften heranwachsen konnten.

In der diesjährigen zweiten Ausgabe der Yellow Pages geben Vertreter der HANSAINVEST einen tieferen Einblick in den Ablauf der Reise. Sie beschreiben die Reiseetappen sowie die daraus gewonnenen Erfahrungen bei verschiedenen Mikrofinanzinstituten, Banken und Endkreditnehmern des Landes.

Wir von Invest in Visions als auch alle Teilnehmer sind sehr dankbar für die Gelegenheit, Mikrofinanz hautnah erlebt haben zu dürfen, und freuen uns darauf, unsere gewonnenen Erkenntnisse in zukünftige nachhaltige Investitionen umzusetzen.

Wenn auch Sie neugierig geworden sind, laden wir Sie herzlich ein, unsere Artikel zu lesen und sich von den Eindrücken unserer Reise inspirieren zu lassen.

IIV Mikrofinanzfonds vergibt erstmalig Parallelkredit mit IFC an usbekisches Finanzinstitut

  • Darlehensbetrag in Höhe des Gegenwerts von bis zu 10 Mio. US-Dollar in usbekischen S’om (UZS) geht an die PJSCB DAVR-Bank
  • Parallele Darlehensvergabe in gleicher Höhe durch die International Finance Corporation (IFC)

Der Impact-Investor Invest in Visions hat ein Darlehen über den von ihm verwalteten IIV Mikrofinanzfonds in Höhe von 10 Mio. US-Dollar in usbekischen S’om (UZS) mit einer Laufzeit von drei Jahren an die usbekische PJSCB DAVR-Bank vergeben. Die Besonderheit: Es ist ein Parallelkredit, der in gleicher Höhe von der International Finance Corporation (IFC) erteilt wird. Die IFC hat der DAVR-Bank bereits 2020 ein Darlehen in Höhe von 5 Mio. US-Dollar gewährt, das im Dezember 2022 zurückgezahlt wurde.

Die auf Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen (KKMU) ausgerichtete DAVR-Bank ist eines der wenigen privaten Finanzinstitute Usbekistans. In einem staatlich dominierten Bankensystem ist sie gut aufgestellt, um die Mittel aus dem Investitionspaket für Darlehen effektiv an die Kreditnehmer weiterzuleiten. Der DAVR-Bank soll durch die zwei Kredite ermöglicht werden, ihre Präsenz bei den KKMU, einschließlich der von Frauen geführten Unternehmen weiter auszubauen. Auf KKMU entfallen rund 45 Prozent des Bruttoportfolios der DAVR-Bank, davon 16,4 Prozent auf Kredite an Unternehmerinnen.

Dieser Kredit wird einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der usbekischen Wirtschaft leisten und die KKMU-Finanzierung weiter fördern.

Mirsodiq Mirzakhidov, Head of International Cooperation Department bei der PJSCB DAVR BANK.

 

Wir erwarten, dass das UZS-Finanzierungspaket im Gegenwert von insgesamt 20 Millionen US-Dollar den Zugang zu Finanzmitteln für nicht von Banken finanzierte KKMU verbessern wird. Durch die Darlehensvergabe sollen die Anbieter von KKMU-Finanzierungen, wie es die DAVR-Bank ist, gestärkt werden und gleichzeitig damit auch die Unternehmer und Unternehmerinnen.“, sagt Edda Schröder, Gründerin und Geschäftsführerin von Invest in Visions.

Rechtliche Hinweise

Die enthaltenen Informationen stellen keine Anlageempfehlung oder sonstigen Rat dar. Die hier dargestellte Meinung ist die von Invest in Visions. Diese Meinung kann sich jederzeit ändern. Obwohl große Sorgfalt darauf verwendet wurde, um sicherzustellen, dass die in diesem Dokument enthaltenen Informationen korrekt sind, kann keine Verantwortung für Fehler oder Auslassungen irgendwelcher Art übernommen werden, wie für alle Arten von Handlungen, die auf diesen basieren. Herausgeber ist die Invest in Visions GmbH mit Sitz in der Freiherr-vom-Stein-Str. 24-26, 60323 Frankfurt am Main.

Mikrokredite leisten Hilfe zur Selbsthilfe, fördern insbesondere die Unabhängigkeit von Frauen und helfen beim Aufbau nationaler Finanzsysteme. Darüber hinaus eignet sich Mikrofinanz speziell dafür, kleinere Unternehmen zu unterstützen, die innovative Geschäftsmodelle realisieren und neben den sozialen Aspekten auch einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten können.

Faktoren, die in unserer heutigen Zeit immer wichtiger werden. Der IIV Mikrofinanzfonds ist derzeit in 31 Entwicklungs- und Schwellenländern investiert und unterstützt über 93 Mikrofinanzinstitute und rund 455.000 Endkreditnehmer. Doch wie erklärt man, dass China, die weltweit zweitgrößte Wirtschaftsmacht, zu den Zielländern des Fonds gehört?

Über drei Jahrzehnte nach Ende des Kalten Krieges zeigt sich, dass eine Zusammenarbeit mit Nicht-Demokratien wie Russland, China oder der Türkei nicht zwangsläufig zu einer Entwicklung in Richtung liberale Demokratien und offene Gesellschaften führen. Autoritäre Systeme wie in China verhärten sich, andere Staaten wie die Türkei bauen liberal-demokratische Elemente ab und kommen einem autoritären Regime immer näher. Diese Länder schränken die Freiheit und Bewegungsräume zivilgesellschaftlicher Organisationen und Medien sowie der Wissenschaft systematisch ein und nur noch Projekte mit regierungskonformen oder zumindest regierungsfreundlichen Partnern werden akzeptiert.

Doch löst die Verweigerung einer Kooperation die Probleme in diesen Ländern nicht, wo Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Als Impact Investor und ausgelagerter Finanzportfoliomanager versuchen wir für die von uns gemanagten Fonds wirkungsvolle Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren, Unternehmer zu unterstützen, die Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen und positive Veränderungen voranzutreiben. Deshalb treffen wir Investitionsentscheidungen auch unabhängig von einer Regierung, es sei denn das Land ist sanktioniert oder unterliegt einem Embargo, und legen das Augenmerk auf die Lebenssituation der Menschen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht das politische System

Trotz seiner Größe und wirtschaftlichen Stärke sind die Wohlstandsunterschiede in China enorm. Viele Menschen haben nach wie vor keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen und die Missstände sind erheblich.

China verwendet eine selbst definierte Grenze für die Einkommensarmut von etwa 2,30 Dollar pro Tag. Die Weltbank zieht die absolute Armutsgrenze eigentlich bei 1,90 Dollar pro Tag – allerdings für Länder mit niedrigem Einkommen. Für Länder mit gehobenem mittleren Einkommen, zu denen auch China gehört, empfiehlt sie eine Armutsgrenze von 5,50 Dollar. Wendet man diese an, betrifft das immer noch 200 Millionen Chinesen (13 Prozent), die unter Armutsgrenze leben.

Die Staatsform eines Landes ist bei unseren Investitionen nicht entscheidend, außer es handelt sich um sanktionierte Staaten wie Nordkorea oder den Iran. Entscheidend sind die Nöte der Menschen. Überall dort, wo der Zugang zu Finanzdienstleistungen nicht für jeden gewährleistet ist, hat Mikrofinanz in unseren Augen seine Berechtigung.

In China sehen wir vor allem die Ungleichheiten zwischen Arm und Reich sowie Land- und Stadtbewohnern kritisch. Laut Bundeszentrale für politische Bildung entfielen 2020 30,6 Prozent des gesamten Reichtums auf ein Prozent der chinesischen Bevölkerung und das Pro-Kopf-Einkommen auf dem Land war durchschnittlich dreimal niedriger als in der Stadt. Die regulatorischen sowie gesellschaftlichen Hürden für Landbewohner sind hoch, um dieselben Rechte und Zugänge zu grundlegenden Dienstleistungen wie Stadtbewohner zu erlangen.

Unser langjähriger Partner Incofin, Spezialist für ländliche Mikrofinanzierung, bestätigt diese Missstände. Die finanzielle Ausgrenzung ist in China nach wie vor hoch. So nehmen nur 27 Prozent der Menschen mit geringem Einkommen Kredite bei herkömmlichen Finanzinstituten in Anspruch.

Nichts ist so eindrucksvoll und aussagekräftig wie ein Besuch vor Ort.

Edda Schröder, Gründerin und Geschäftsführerin bei IIV

Sorgfalt und Erfahrung

Wie in allen anderen Ländern, in denen der IIV Mikrofinanzfonds investiert ist, legen wir als Impact Investor auch in China vor einer möglichen Zusammenarbeit großen Wert auf eine akribische Überprüfung aller infrage kommender Mikrofinanzinstitute.

Erfahrene Spezialisten unserer Partner unterstützen uns bei der Prüfung und Analyse des jeweiligen Mikrofinanzinstituts vor Ort. Die Auswahl erfolgt nach strengen finanziellen und sozialen Kriterien. Die Institute müssen z. B. von einem international anerkannten Wirtschaftsprüfer beurteilt werden. Wenn die von uns festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind, besuchen wir das Mikrofinanzinstitut und schauen uns auch die Filialen und Kundenakten an. Dabei kontrollieren wir, an welche Kunden das Institut die Gelder verleiht und wofür diese die Kredite einsetzen.

Wichtig ist uns die Transparenz in der Kommunikation mit den Kreditnehmern. Diese müssen beispielsweise wissen, wie viel Zinsen sie zahlen. Deshalb muss das Aufklärungsgespräch vor Ort dementsprechend klar und eindeutig sein. Darüber hinaus spielen bei den Mikrofinanzinstituten neben den prozessualen auch die sozialen Faktoren eine große Rolle, z. B. die soziale Performance, ESG-Risiken, das Einzugsverfahren gegenüber den Kreditnehmern, die Analyse der Zahlungsrückstände, der Umgang mit Mitarbeitenden sowie die Managementstruktur. Generell sind in China Nicht-Banken-Finanzinstitute reguliert. Bei den Mikrofinanzinstituten ist die Regulatorik von den sogenannten Financial Management Offices dezentral organisiert und restriktiv. Sie müssen in jeder Provinz, in der sie tätig werden wollen, spezielle Lizenzen beantragen. Zurzeit ist der IIV Mikrofinanzfonds in China bei drei Mikrofinanzinstituten investiert.

Nur wenn wir sowohl von den Finanzzahlen als auch von den sozialen Aspekten überzeugt sind, investieren wir über die von uns gemanagten Fonds in das Mikrofinanzinstitut. Dabei kommt uns unsere langjährige Erfahrung und ein spezialisiertes Netzwerk zugute.

Zuhause bei Familie Li

Turantai Gacha liegt im Westen der inneren Mongolei und ist aufgrund des Klimawandels, Überweidung, Dürre und starken Winden größtenteils zu Wüstenland geworden. Schon vor sieben Jahren kein Grund zur Resignation für Li Jing und seine Frau, die bis dahin von ihrer Bio-Landwirtschaft sowie vom Gemüseanbau lebten. Sie begannen die Strauchart Saxual zu pflanzen, die der Bodenbefestigung dient, um die fortschreitende Wüstenbildung zu stoppen. Um den Sandstürmen standzuhalten, muss Saxual allerdings großflächig angebaut werden. Ohne ein Kredit wäre das für Familie Li nicht machbar gewesen.

Da Li Jing mit seiner Familie tief in der Wüste lebt, mehr als 500 Kilometer von der Bezirkshauptstadt entfernt, waren seine Hoffnungen auf ein schnelles Darlehen sehr gering. Doch der Standort war für das Mikrofinanzinstitut Chongho Bridge kein Problem. Durch die zügige Umsetzung durch Chongho Bridge erhielt Li Jing bereits nach wenigen Tagen neue finanzielle Mittel. Die Familie bringt noch heute die Wüstenbepflanzung voran und leistet somit einen signifikanten Beitrag zur Wirtschaft und Umwelt im Heimatland. Die Visionen und Ziele der Familie Li verkörpern den essenziellen Beitrag, den Impact Investing leisten kann.

Li Jing beim Anpflanzen von Saxual.

„Unser diesjähriger Besuch hat bestätigt, dass Kleinunternehmer oft auf Finanzierungen angewiesen sind, um ihre Produktion zu steigern und ihre Geschäfte auszubauen.“, so Schröder.

Und Chief Investment Officer Dr. Carlos De las Salas Vega fügt hinzu: „Trotz drei Jahren Pandemie haben sich die Investitionen des IIV Mikrofinanzfonds in China gut entwickelt. Die Kredite werden zeitgemäß bedient und die Qualität des Kreditportfolios der Institute hat keine wesentliche Schwäche gezeigt. Die Provinzen, in denen die  drei privat geführten Finanzinstitute tätig sind, waren nicht von längeren Corona-Lockdowns betroffen, weshalb sie ihre Geschäftsaktivitäten weiter durchführen konnten.“

Wir unterstützen die Entwicklung von Kleinst- und Kleinunternehmen in China, weil wir der Überzeugung sind, dass dies generell die Basis für eine starke und gesunde Gesellschaft ist. Unser Versprechen ist es, unternehmerisch denkenden Menschen vor Ort dabei zu helfen, finanziell unabhängig zu werden und sich selbst zu verwirklichen.

Unsere Reise durch China stärkte nicht nur unser Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Mikrofinanzinstitute, sondern hat erneut auch die transformative Kraft von Krediten für Kleinstunternehmern verdeutlicht.

Edda Schröder

Weniger ist mehr

Das südostasiatische Königreich Kambodscha grenzt an Thailand, Vietnam und Laos und ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Asiens. Ein Großteil der rund 17 Millionen (2022) Menschen zählenden Bevölkerung lebt auf dem Land und bestreitet seinen Lebensunterhalt als Kleinst- und Kleinunternehmer oder Landwirt. Mikrokredite sind eine Möglichkeit, die Lebensbedingungen dieser Menschen zu verbessern. Darauf liegt unser Hauptaugenmerk – und auf dem ständigen Bestreben Mikrofinanz als Ganzes zu optimieren.

Warum sind Mikrokredite für Kambodscha wichtig?

Der Zugang zu Finanzdienstleistungen ist ein wesentlicher Baustein beim Aufbau einer wirtschaftlichen Infrastruktur. In Entwicklungs- und Schwellenländern wie in Kambodscha wird dies insbesondere durch Mikrofinanz ermöglicht. Mikrokredite werden vergeben, damit die Kreditnehmer wirtschaftliche Aktivitäten (z. B. einen Gemüseladen) auf- oder ausbauen und notwendige soziale Ausgaben leisten können.

Vorsicht ist geboten!

Eine positive Wirkung kann nur dann erzielt werden, wenn sich die Kreditnehmer nicht überschulden. Wir als Impact Investor legen großen Wert auf eine akribische Überprüfung aller Mikrofinanzinstitute , die als Partner für die von uns verwalteten Fonds infrage kommen.

Erfahrene Spezialisten unserer Partner unterstützen uns bei der Prüfung und Analyse des jeweiligen Mikrofinanzinstituts vor Ort. Die Auswahl erfolgt nach strengen finanziellen und sozialen Kriterien. Die Institute müssen als Finanzinstitut nach international anerkannten Standards von der Behörde beaufsichtigt werden, die im jeweiligen Land für die Aufsicht von Kreditinstituten zuständig ist. Darüber hinaus spielen soziale Faktoren des Instituts eine große Rolle, z. B. die soziale Performance, ESG-Risiken, das Einzugsverfahren gegenüber den Kreditnehmern, die Analyse der Zahlungsrückstände, der Umgang mit Mitarbeitenden sowie die Managementstruktur.

Wenn die von uns im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind, versuchen wir so häufig wie möglich das Mikrofinanzinstitut zu besuchen und schauen uns auch die Filialen an. Dabei achten wir darauf, welchen Kunden das Institut die Gelder verleiht und wofür diese die Kredite einsetzen.

Wichtig ist uns die Transparenz in der Kommunikation mit den Kreditnehmern. Diese müssen beispielsweise wissen, wie viel Zinsen sie zahlen. Deshalb muss das Aufklärungsgespräch vor Ort dementsprechend klar und eindeutig sein. Nur wenn wir sowohl von den Finanzzahlen als auch von den sozialen Aspekten der Mikrofinanzinstitute überzeugt sind, refinanzieren wir über den von uns gemanagten Fonds das Institut. Dabei kommt unsunsere langjährige Erfahrung und ein spezialisiertes Netzwerk zugute.

Gleichermaßen wichtig: Kundenschutz und -bewertung

Vier kambodschanische Mikrofinanzinstitute, die über den IIV Mikrofinanzfonds refinanziert werden, erfüllen die Auswahlkriterien unseres Investmentteams. Diese Institute haben die „Richtlinien zur Darlehensvergabe“ (lending guidelines) der Cambodia Microfinance Association (CMA) unterzeichnet und verfügen über hohe Standards in Bezug auf Überschuldungsprävention, Transparenz und Kundenschutz. Das Risiko einer Überschuldung der Kreditnehmern wird in allen vier MFI durch eine genaue Analyse der Rückzahlungsfähigkeit geprüft. Zudem haben alle vier Institute bei der Zertifizierung im Rahmen des Client-Protection-Pathway, der wichtigsten unabhängigen Sektorinitiative für Kundenschutz, die höchste Stufe „Gold“ erhalten.

Laut einer unabhängigen Studie des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg bewertet die überwiegende Mehrheit der Kreditnehmer (82,3 Prozent) die von ihnen aufgenommenen Kredite positiv – insbesondere ökonomisch. „Auch die Zusammenarbeit mit den kreditgebenden Institutionen wird von ihnen im Großen und Ganzen als eher unproblematisch eingeschätzt“, so Prof. Dr. Frank Bliss, der Verfasser der INEF-Studie.

Die Ergebnisse der INEF-Studie sind für uns sehr wichtig. Schließlich sollen am Ende die Kreditnehmer von unseren Bemühungen um eine positive Entwicklung der Mikrofinanzbedingungen in Kambodscha profitieren.

Maßnahmen für mehr Fairness

Wir gehen davon aus, dass unsere Aktivitäten einen positiven Einfluss auf Kreditnehmer in Kambodscha und auf den Mikrofinanzsektor insgesamt haben. Für das südostasiatische Land haben wir im aktiven Austausch mit unseren Partner-Finanzinstitute sowie unseren Investoren Bereiche identifiziert, denen wir im Rahmen unserer Investmentanalyse besondere Sorgfalt widmen wollen: 

  1. Die Annahme von Landtiteln als Sicherheit für kleine Darlehen (bis 2.500 US-Dollar) darf von den über den IIV Mikrofinanzfonds refinanzierten Finanzinstitute nicht praktiziert werden. Wenn die Kreditnehmer Land zur Tilgung von Krediten hinterlegt haben, könnten sie bei einer Verschuldung einen Teil ihrer Lebensgrundlage verlieren.
  1. Aggressive Haus-zu-Haus Werbung durch das Vertriebspersonal soll unterbunden werden. Gleichzeitig sollen sich die Mikrofinanzinstitute um eine bessere finanzielle Bildung ihrer Kreditnehmer bemühen.
  1. Ein adäquates Verhältnis der Kredithöhe zum Einkommen der Kreditnehmer (loan to income ratio) ist zu gewährleisten. Denn wissentlich falsche Angaben gegenüber den Mitarbeitenden der Finanzinstitute durch Kreditnehmer haben laut der Studie des INEF „in einer relevanten Anzahl von Fällen“ zu Landverkäufen geführt, die es zu verhindern gilt.
  1. Besondere Schutzmaßnahmen für ID-Poor (Personen mit Anrecht auf Sozialhilfe):
    • Abfrage des Status als Sozialhilfeempfänger (ID-Poor 1 und 2) während des Darlehensvergabeprozesses
    • Ausschließliche Vergabe von Darlehen zur gewerblichen Nutzung; keine Darlehen zur Deckung von Lebenshaltungskosten
    • Genaue Prüfung der Erfolgsaussichten des vorgestellten Geschäftsmodells und eine maximale Darlehenshöhe von 2.500 US-Dollar

Darüber hinaus unterstützen wir die Einrichtung einer unabhängigen Monitoringstelle, an die sich Kreditnehmer mit ihren Beschwerden richten können. Die Internationale Finance Corporation IFC hat hier in Zusammenarbeit mit der kambodschanischen Nationalbank bereits Pläne entwickelt. Wir arbeiten zudem mit anderen Geldgebern wie u. a. der GLS Bank zusammen und entwickeln ein gemeinsames Verständnis der zu ergreifenden Maßnahmen, um unseren Anregungen gegenüber den Mikrofinanzinstituten ein größeres Gewicht zu verleihen.

Rechtlicher Hinweis:

Dieses Dokument ist kein Prospekt, kein Angebot, keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, eines Finanzinstruments oder einer Finanzanlage. Es ist keine Bestätigung von Bedingungen eines Geschäfts. Es ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung durch eine unabhängige Anlageberatung. Finanzinstrumente bergen Chancen und Risiken, wie Kursschwankungen, Wertminderungen und vollständige Ausfälle. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für die Zukunft. Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Prüfung erstellt. Gleichwohl können wir Irrtümer oder Druckfehler nicht ausschließen. Der Inhalt der Information bezieht sich daher auf den Zeitpunkt ihrer Erstellung. Politische oder wirtschaftliche Entwicklungen, Änderungen gesetzlicher Bestimmungen oder andere Umstände können zu kurzfristiger Überholung der Inhalte führen. Änderungen bleiben daher vorbehalten.

Ein Interview mit Nathan Fiala

Impact Investing lebt davon, dass die erzielte Wirkung nachgewiesen werden kann. Als „Goldstandard“ der Wirkungsmessung gelten randomisierte kontrollierte Studien (Randomized Controlled Trials, kurz: RCTs). Viel Aufmerksamkeit erregten sechs Studien, die 2015 u. a. von Abhijit Banerjee und Esther Duflo im American Economic Journal: Applied Economics veröffentlicht wurden.

Studien, die sich skeptisch über die Wirkung von Mikrokrediten auf Unternehmensgewinne und Haushaltseinkommen äußerten.[1] Ein Kritiker dieser Studien ist Nathan Fiala, Associate Professor am Department of Agricultural & Resource Economics der University of Connecticut sowie Research Fellow am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und Honorary Senior Lecturer an der Makerere University (Uganda).[2] Wir sprachen mit Prof. Fiala, der selbst randomisierte kontrollierte Studien zur Wirkung von Mikrokrediten durchführt, über seine Methode, die genannten Studien und die Ergebnisse seiner eigenen Forschung.

Herr Prof. Fiala, die Auswirkungen von Mikrofinanzierungen sind ein viel diskutiertes Thema. Wie können wir die Wirkung von Mikrokrediten auf Unternehmensgewinne und Haushaltseinkommen überhaupt messen?

Die Messung dieser Ergebnisse ist in den Wirtschaftswissenschaften recht einfach. In der Regel befragen wir Menschen in strukturierten Umfragen nach ihrem Einkommen. Ob die Menschen ehrlich antworten, hängt davon ab, wie viel Vertrauen sie in das Befragungsteam haben. Es ist jedoch schwieriger, eine kausale Veränderung des Einkommens zu ermitteln. Vorher-Nachher-Erhebungen reichen nicht aus, um festzustellen, ob ein Kredit zu einer Veränderung im Leben einer Person geführt hat. Um festzustellen, was ohne das Darlehen mit einer Person geschehen wäre, ist eine kontrafaktische Situation oder eine Kontrollgruppe erforderlich. Es gibt verschiedene Methoden, um dies zu erreichen, wobei die zuverlässigste eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) ist.

Was sind die Vor- und Nachteile von randomisierten kontrollierten Studien?

RCTs bieten eine unvoreingenommene kausale Identifizierung der Auswirkungen eines Programms. Das gilt aber nur, wenn sie gut gemacht sind. Es gibt viele Möglichkeiten, bei RCTs Fehler zu machen. Selbst einige berühmte Forscher:innen machen diese Fehler, und zwar häufig. Keine Methode, die schlecht durchgeführt wird, kann etwas über die Auswirkungen eines Programms aussagen. RCTs leiden auch unter anderen Problemen, z. B. wenn Forscher Programme untersuchen, die in der realen Welt nicht wirklich umgesetzt werden.

Sie führen selbst randomisierte kontrollierte Studien durch. Können Sie uns etwas über Ihre aktuellen Projekte erzählen?

Ich arbeite mit drei MFI in Uganda, Paraguay und Myanmar zusammen. Diese wurden ausgewählt, weil ihre Art der Kreditvergabe weltweit sehr verbreitet ist. Das MFI in Uganda vergibt Agrarkredite an Landwirte vor Beginn der Vegetationsperiode. In Paraguay handelt es sich um Darlehen allein an Frauen für gewerbliche Zwecke. In Myanmar sind es produktive Darlehen für Haushalte. Diese Studien wurden konzipiert, um die vielen Probleme zu vermeiden, mit denen die bisherige Mikrofinanzforschung zu kämpfen hatte. Sie haben hohe Abschlussquoten (zwischen 60 und 85 Prozent) und verwenden große Stichproben (2.000 bis 3.500 Teilnehmer:innen) in Gebieten, in denen es keine Mikrofinanzierungen gibt. Daher haben sie eine viel höhere statistische Aussagekraft als die bisherige Literatur.

Welche Auswirkungen von Mikrokrediten stellen Sie fest? Sind sie mit den Ergebnissen anderer Studien vergleichbar?

In Uganda haben wir, ähnlich wie in zwei anderen Studien zur Agrarfinanzierung, keine Auswirkungen der Kredite auf Produktion oder Einkommen festgestellt. Die Kredite waren klein, und aus qualitativen Interviews wissen wir, dass die Menschen das Geld nicht nur für ihre Betriebe ausgaben, was wiederum mit früheren Untersuchungen übereinstimmt. Es gibt nun deutliche Hinweise darauf, dass kleine Agrarkredite keinen Einfluss auf die Produktion oder das Einkommen der Landwirte haben. Auch die Ergebnisse in Paraguay und Myanmar ähneln denen anderer Studien, auch wenn diese Studien nicht über diese Ergebnisse berichten. In den sechs im American Economic Journal: Applied Economics veröffentlichten Studien werden zwar bedeutende Auswirkungen der Darlehen festgestellt, aber die Autor:innen verwerfen diese Auswirkungen, weil sie statistisch nicht signifikant sind. Dies ist ein großer Fehler dieser Forscher:innen und hat zu erheblichen Missverständnissen über die Auswirkungen der Mikrofinanzierung geführt. In diesen Arbeiten werden Auswirkungen auf das Haushaltseinkommen in einer Größenordnung von 20 – 40 Prozent festgestellt, die jedoch wiederum statistisch nicht signifikant sind. Auch wir finden in Paraguay und Myanmar ähnliche Auswirkungen auf das Einkommen, die aber statistisch signifikant sind, da unser Forschungsdesign speziell auf die Maximierung der statistischen Aussagekraft ausgerichtet ist. Wir stellen fest, dass das Einkommen und die Ernährungssicherheit in Paraguay um etwa 25 Prozent und in Myanmar um etwa 30 Prozent steigen.

Herr Prof. Fiala, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Das Interview ist ein Auszug aus unserem diesjährigen Impact Report.
Den vollständigen Report finden Sie hier.

[1] Abhijit V. Banerjee, Six Randomized Evaluations of Microcredit: Introduction and Further Steps, in: American Economic Journal: Applied Economics 7 (2015).

[2] Siehe hierzu den Beitrag: Dahal, Mahesh / Fiala, Nathan: What do we know about the Impact of Microfinance? The Problems of Statistical Power and Precision, in: World Development 128 (2020)

Der Impact Investor Invest in Visions GmbH ernennt Lars Siebert (44) mit sofortiger Wirkung zum zweiten Geschäftsführer neben der Gründerin Edda Schröder. Der Diplom-Kaufmann ist bereits seit Oktober 2019 als Chief Operating Officer beim Unternehmen tätig und konzentriert sich auf operative Themen. Er verfügt über rund 20 Jahre Berufserfahrung in der Banken- und Finanzbranche, davon mehrere Jahre in Leitungs- und Führungspositionen. In seiner Laufbahn betreute er verschiedene Schwerpunkte wie Risikomanagement, Portfoliorisikomanagement, Projekt- und Prozessmanagement, Vertrags- und Auslagerungs-Management sowie diverse regulatorische und Audit-Themen. Mit seiner Ernennung zum Geschäftsführer unterstreicht das Unternehmen die zunehmende Bedeutung regulatorischer und operationeller Anforderungen.

„Lars Siebert hat in den letzten Jahren wesentlich zur operativen Stabilität und Verbesserung unserer internen Prozesse beigetragen. Wir sind froh, dass er seine Verantwortung mit dieser Position erweitert.

Edda Schröder

Ich möchte weiterhin dazu beitragen, die Vision und Strategie von Invest in Visions erfolgreich umzusetzen und weiter zu stärken. Vor allem die Tatsache, dass wir als Impact Investor Menschen in den Entwicklungsländern helfen und wir zu einer gerechteren Welt beitragen motiviert mich, gemeinsam mit dem Team unser Unternehmen zukunftsorientiert kontinuierlich auszubauen.

Lars Siebert

2022 hat Invest in Visions für die von ihr verwalteten Fonds den Erwerb von neuen Darlehen in Höhe von 316,4 Mio. Euro gegen insgesamt 99 (Mikro-)Finanzinstitute in 33 Ländern durchgeführt. Damit wurden 620.738 Endkreditnehmer:innen erreicht, die durch Mikrokredite eine Chance auf eine bessere Zukunft erhalten sollen.

Darlehensbetrag über 38.000.000 Peruanische Sol, rund 9,4 Millionen Euro, geht an das Mikrofinanzinstitut Caja Municipal de Ahorro y Crédito Trujillo (Caja Trujillo)

Die Invest in Visions GmbH hat über den von ihr verwalteten IIV Mikrofinanzfonds ein Darlehen über 38.000.000 Peruanische Sol – ca. 9,4 Millionen Euro – mit einer Laufzeit von drei Jahren an das peruanische Mikrofinanzinstitut (MFI) Caja Municipal de Ahorro y Crédito Trujillo S.A. (Caja Trujillo) vergeben.

Erstes Darlehen über knapp 4 Millionen Euro Ende Dezember 2022 an Caja Trujillo vergeben

Das MFI ist schon seit 1984 im Mikrofinanzsektor tätig und richtet sich hauptsächlich an Kleinst- und Kleinunternehmer:innen der unteren und mittleren Schichten der Wirtschaftspyramide. Das Darlehen, das vom IIV Mikrofinanzfonds vergeben wurde, dient der Refinanzierung des Mikrofinanzinstituts und wird zur weiteren Auszahlung von Krediten an bestehende und potenzielle Kund:innen verwendet.

Von links nach rechts: Enrique Blanco, externer Berater bei Invest in Visions; Gustavo Romero, Vorstandsmitglied; Carlos Patron, Geschäftsführer Verwaltung; Eduardo Rojas, Geschäftsführer Finanzen

Hilfe, wo sie notwendig ist

2022 waren die lateinamerikanischen und karibischen Märkte von Auf und Abs geprägt. Die starke Expansion in der ersten Jahreshälfte wurde vor allem durch Konsum angetrieben und durch die Erholung der Arbeitsmärkte unterstützt. Gegen Ende des vergangenen Jahres schwächte sich die Wirtschaftstätigkeit jedoch ab – das globale Wachstum verlangsamte sich und die Finanzierungsbedingungen wurden verschärft. Die Inflation stieg 2022 sprunghaft an und erreichte in vielen Ländern ihren Höchststand seit mehreren Jahrzehnten.

Mit dem Darlehen möchten wir einen Beitrag bei den Menschen vor Ort leisten. Mit dem IIV Mikrofinanzfonds unterstützen wir verschiedene Ziele für nachhaltige Entwicklung, darunter SDG 1, 5, 8 und 10 und so auch jetzt gemeinsam mit Trujillo. Wir freuen uns sehr über eine noch intensivere Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in Peru

Carlos De las Salas Vega, Chief Investment Officer bei Invest in Visions

Wir sind froh, dass wir die Zusammenarbeit mit Invest in Visions seit Dezember noch verstärken konnten. Es ermöglicht uns, weitere Kund:innen zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens zu geben

Eduardo Rojas Díaz, Joint CEO – Finance bei CMAC Trujillo

Stabiles Mikrofinanzinstitut

Caja Trujillo verfügt über eine von der peruanischen Bankenaufsichtsbehörde ausgestellte CMAC-Lizenz (Caja Municipal de Ahorro y Crédito). Mit dem Ziel, die führende CMAC des Landes zu werden, besteht der Zielmarkt von Caja Trujillo hauptsächlich aus Mikrokreditkund:innen und einem kleineren Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Trujillo stellt über sein Netz von 95 Filialen in 18 der 24 Provinzen des Landes Finanzierungen für 163.048 Kreditkund:innen bereit und bietet 1.927 Peruaner:innen einen Arbeitsplatz. Das MFI befindet sich vollständig im Besitz der Stadt Trujillo, der Hauptstadt des Bundesstaates La Libertad in der nördlichen Küstenregion von Peru.

CRECER IFD

Invest in Visions ist der Experte für Impact Investing – und das nehmen wir ernst. Um gewährleisten zu können, dass jeder der Investitionen einen Impact generiert, achten wir bei der Auswahl von Mikrofinanzinstituten unter anderem auf finanzielle und nachhaltige Key Performance Indicators.

Dabei schauen wir auch gerne mal genauer hin. Im Fall von Crecer IFD freuen wir uns, ein Mikrofinanzinstitut vorzustellen, dass seinen ganz eigenen Impact generiert. Neben der Bereitstellung finanzieller Dienstleistungen liegt Crecer IFD auch das gesundheitliche Wohl seiner Endkreditnehmer:innen und deren persönliches Wachstum am Herzen.

Wie genau ist Mikrofinanzinstitut Crecer IFD entstanden?

Das Mikrofinanzinstitut CRECER IFD aus Bolivien hat eine besondere Unternehmensgeschichte. Es begann mit einem Programm der Nichtregierungsorganisation “Freedom from Hunger” mit dem Ziel, Unterernährung zu bekämpfen und Chancen für unterprivilegierte Menschen zu schaffen. Doch das war nicht genug. Das Programm entwickelte sich zu einer Bereitstellung integrierter Finanz- und Bildungsdienstleistungen für Frauen aus einkommensschwachen Schichten, um ihre Gesundheit, ihr Wohlergehen und die wirtschaftliche Situation ihrer Familien zu verbessern. Das war die Geburtsstunde von CRECER IFD.

Wie groß ist das Mikrofinanzinstitut heute?

CRECER IFD ist in neun städtischen und ländlichen Gebieten Boliviens mit 74 Agenturen mehr als 1.600 Mitarbeitern aktiv.

CRECER IFD hat sich in mehr als 20 Jahren des Einsatzes für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, insbesondere Frauen, einen Namen als führende Mikrofinanzinstitution unter den Entwicklungsfinanzierungsinstituten gemacht. Dabei hat sie ihre Philosophie als soziales Unternehmen beibehalten, das die Einbeziehung unterprivilegierter Bevölkerungsgruppen in das Finanzsystem ermöglicht. Dabei liegt CRECER IFD großen Wert auf eine individuelle und persönliche Beratung in den Vierteln und Gemeinden, in denen ihre Endkreditnehmer:innen leben oder arbeiten.

Was hat sich Crecer IFD zur Aufgabe gemacht?

Um der institutionellen Philosophie gerecht zu werden und ein hohes Maß an Qualität und Serviceorientierung zu bieten, hat CRECER IFD sechs thematische Prinzipien für seine Finanzdienstleistungen eingeführt. Diese sind in die Entwicklungsdienste integriert und stimmen mit dem Geschäftsmodell überein, um vor allem Frauen und ihren Familien echte Wachstumschancen zu bieten.

Das Geschäftsmodell wurde vor dem Hintergrund der realen Bedürfnisse der bolivianischen Frauen entwickelt, die über geringe wirtschaftliche Ressourcen in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Bildung, soziale Sicherheit und Wohnen verfügen. Dabei sind die erforderlichen Indikatoren zur Messung der Wirkung integriert.

Wie hängt die Bereitstellung finanzieller Dienstleistungen mit einer Krebsvorsorge zusammen?

Einer der größten Beiträge von Crecer IFD bestand zweifellos darin, Tausende von Menschen durch Kleinkredite einen Zugang zum Finanzsystem innerhalb von Gemeinschaftsbanken, vor allem mittels Gruppenkredite.

Ein weiterer wichtiger Beitrag von Crecer IFD ist das außergewöhnliche Angebot an Schulungskursen, z. B. zur Vorbeugung von Gebärmutterkrebs, der Hauptursache für Frauensterblichkeit in Bolivien.

Ebenfalls legt das Institut einen großen Fokus auf die technische Ausbildung ihrer Endkreditnehmer:innen ebenfalls in Form von angebotenen Schulungen. Dabei soll der Einsatz von Technologien und Mobilgeräten zur besseren Kundenkommunikation und die Nutzung des Internets zur effizienteren Gestaltung ihrer Geschäftsprozesse gefördert werden. Ebenfalls wird der Umgang mit sozialen Netzwerken geschult.

Was für ein toller Impact!

Invest in Visions dankt Crecer IFD für sein Engagement und seine Initiativen und hofft auf eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit.

Das Nachbeben der Corona-Pandemie in Lateinamerika

Nach Angaben der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) sank das Bruttoinlandsprodukt in den betroffenen Ländern 2020 im Durchschnitt um 9,1 Prozent. Das ist der stärkste jährliche Rückgang seit Beginn der Erfassung im Jahr 1900. Zudem wurde ein allgemeiner Anstieg der Indikatoren für Armut und extreme Armut auf 33,0 Prozent bzw. 13,1 Prozent erfasst. Das bedeutet, dass etwa 204 Millionen Menschen in der Region nicht genug Einkommen haben, um ihre Grundbedürfnisse zu decken und 81 Millionen von ihnen nicht über ausreichende Mittel verfügen, um einen Grundnahrungsmittelkorb zu erwerben.

Mexiko stark von der Pandemie betroffen

Eines der lateinamerikanischen Länder, dessen Wirtschaft stark von der Pandemie getroffen wurde, ist Mexiko. Das Wirtschaftswachstum sank in 2020 um 8,2 Prozent und konnte sich in 2021 mit einem Anstieg um 4,8 Prozent nur gering erholen. Dies blieb auch bei der Bevölkerung nicht unbemerkt. Besonders arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind in mehrfacher Hinsicht überproportional stark von der Pandemie betroffen – wirtschaftlich wie auch gesundheitlich.

Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie auf Mexiko machen sich auf Portfolioebene der von Invest in Visions verwalteten Fonds durch Zahlungsschwierigkeiten einiger Mikrofinanzinstitute (MFI) bemerkbar. Insbesondere drei der von Invest in Visions refinanzierten MFI in Mexiko sind betroffen.

Hier handelt es sich vor allem um Institute, die stark von den Kreditlinien der (lokalen) Entwicklungsbanken abhängig waren: viele mexikanische Mikrofinanzinstitute haben in der Vergangenheit subventionierte und zinsgünstige Kredite der Entwicklungbanken in Anspruch genommen.

Seit der Bundeswahl 2018 und der Wahl von Andrés Manuel López Obrador zum neuen Präsidenten wurden viele dieser Förderlinien jedoch abgebaut. Diese politische Entscheidung trug während der Corona-Pandemie dazu bei, dass gerade die stark von den Fördermitteln der Entwicklungsbanken abhängigen MFI nur unzureichenden Zugang zu Liquidität hatten. Trotz pandemiebedingter Maßnahmen wie die Kreditvergabe an klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) und Arbeitnehmer:innen sowohl im formellen als auch im informellen Sektor oder die Bereitstellung von Liquiditätshilfen und Bürgschaften der Entwicklungsbanken, konnten nicht alle MFIs ihre Liquidtiätsengpässe erfolgreich ausgleichen.

Auswirkungen auf die betreuten Mandate

Auch wenn diese Schwierigkeiten schon seit mehreren Monaten vorherrschen, hielten sich die Auswirkungen auf die Performance der von Invest in Visions betreuten Mandate bislang in Grenzen. Zum einen sorgte die breite Portfoliodiversifizierung dafür, dass negative Auswirkungen auf ein Minimum reduziert wurden. Zum anderen erkannte das Portfoliomanagement von Invest in Visions die Herausforderungen und Schwierigkeiten schnell und hat daher entsprechende Strategien festgelegt, um den negativen Auswirkungen auf das Portfolio entgegenzuwirken. Durch unser längjähriges Engagement in Mexiko besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Invest in Visions und Anwälten vor Ort, welche Verhandlungen mit allen Beteiligten führen, um trotz der bestehenden Schwierigkeiten eine gute Lösung für alle Beteiligten und eine höchstmögliche Rückzahlungswahrscheinlichkeit der MFI zu gewährleisten.

Im Juni und Juli kam es durch Sondereffekte zu weiteren Abwertungen der betroffenen mexikanischen Mikrofinanzinstitute. Daraus resultiert eine negative Performance im Monat Juli.

Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten mit einzelnen MFI werden wir Mexiko als Investitionsland weiter beobachten. Mit knapp 130 Millionen Einwohnern stellt Mexiko eines der größeren Länder der Region dar – leider mit einer sehr hohen Armutsquote.  Unter Berücksichtigung der Risiken werden wir unserem Auftrag als Akteur im Bereich Impact Investment gerecht und suchen weiterhin nach guten Investitionsmöglichkeiten.

Wichtige Hinweise

Die Kommentare werden ad hoc veröffentlicht, um Investor:innen über wichtige Entwicklungen über die Produkte der Invest in Visions GmbH zu informieren.

Dieser Artikel ist kein Prospekt, kein Angebot, keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, eines Finanzinstruments oder einer Finanzanlage. Es ist keine Bestätigung von Bedingungen eines Geschäfts. Es ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung durch eine unabhängige Anlageberatung. Finanzinstrumente bergen Chancen und Risiken, wie Kursschwankungen, Wertminderungen und vollständige Ausfälle. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für die Zukunft. Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Prüfung erstellt. Gleichwohl können wir Irrtümer oder Druckfehler nicht ausschließen.

Der Inhalt der Information bezieht sich daher auf den Zeitpunkt ihrer Erstellung. Politische oder wirtschaftliche Entwicklungen, Änderungen gesetzlicher Bestimmungen oder andere Umstände können zu kurzfristiger Überholung der Inhalte führen.

Das Nachbeben der Corona-Pandemie in Lateinamerika

Nach Angaben der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) sank das Bruttoinlandsprodukt in den betroffenen Ländern 2020 im Durchschnitt um 9,1 Prozent. Das ist der stärkste jährliche Rückgang seit Beginn der Erfassung im Jahr 1900. Zudem wurde ein allgemeiner Anstieg der Indikatoren für Armut und extreme Armut auf 33,0 Prozent bzw. 13,1 Prozent erfasst. Das bedeutet, dass etwa 204 Millionen Menschen in der Region nicht genug Einkommen haben, um ihre Grundbedürfnisse zu decken und 81 Millionen von ihnen nicht über ausreichende Mittel verfügen, um einen Grundnahrungsmittelkorb zu erwerben.

Mexiko stark von der Pandemie betroffen

Eines der lateinamerikanischen Länder, dessen Wirtschaft stark von der Pandemie getroffen wurde, ist Mexiko. Das Wirtschaftswachstum sank in 2020 um 8,2 Prozent und konnte sich in 2021 mit einem Anstieg um 4,8 Prozent nur gering erholen. Dies blieb auch bei der Bevölkerung nicht unbemerkt. Besonders arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind in mehrfacher Hinsicht überproportional stark von der Pandemie betroffen – wirtschaftlich wie auch gesundheitlich.

Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie auf Mexiko machen sich auf Portfolioebene der von Invest in Visions verwalteten Fonds durch Zahlungsschwierigkeiten einiger Mikrofinanzinstitute (MFI) bemerkbar. Insbesondere drei der von Invest in Visions refinanzierten MFI in Mexiko sind betroffen.

Hier handelt es sich vor allem um Institute, die stark von den Kreditlinien der (lokalen) Entwicklungsbanken abhängig waren: viele mexikanische Mikrofinanzinstitute haben in der Vergangenheit subventionierte und zinsgünstige Kredite der Entwicklungbanken in Anspruch genommen.

Seit der Bundeswahl 2018 und der Wahl von Andrés Manuel López Obrador zum neuen Präsidenten wurden viele dieser Förderlinien jedoch abgebaut. Diese politische Entscheidung trug während der Corona-Pandemie dazu bei, dass gerade die stark von den Fördermitteln der Entwicklungsbanken abhängigen MFI nur unzureichenden Zugang zu Liquidität hatten. Trotz pandemiebedingter Maßnahmen wie die Kreditvergabe an klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) und Arbeitnehmer:innen sowohl im formellen als auch im informellen Sektor oder die Bereitstellung von Liquiditätshilfen und Bürgschaften der Entwicklungsbanken, konnten nicht alle MFIs ihre Liquidtiätsengpässe erfolgreich ausgleichen.

Auswirkungen auf die betreuten Mandate

Auch wenn diese Schwierigkeiten schon seit mehreren Monaten vorherrschen, hielten sich die Auswirkungen auf die Performance der von Invest in Visions betreuten Mandate bislang in Grenzen. Zum einen sorgte die breite Portfoliodiversifizierung dafür, dass negative Auswirkungen auf ein Minimum reduziert wurden. Zum anderen erkannte das Portfoliomanagement von Invest in Visions die Herausforderungen und Schwierigkeiten schnell und hat daher entsprechende Strategien festgelegt, um den negativen Auswirkungen auf das Portfolio entgegenzuwirken. Durch unser längjähriges Engagement in Mexiko besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Invest in Visions und Anwälten vor Ort, welche Verhandlungen mit allen Beteiligten führen, um trotz der bestehenden Schwierigkeiten eine gute Lösung für alle Beteiligten und eine höchstmögliche Rückzahlungswahrscheinlichkeit der MFI zu gewährleisten.

Im Juni und Juli kam es durch Sondereffekte zu weiteren Abwertungen der betroffenen mexikanischen Mikrofinanzinstitute. Daraus resultiert eine negative Performance im Monat Juli.

Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten mit einzelnen MFI werden wir Mexiko als Investitionsland weiter beobachten. Mit knapp 130 Millionen Einwohnern stellt Mexiko eines der größeren Länder der Region dar – leider mit einer sehr hohen Armutsquote. Unter Berücksichtigung der Risiken werden wir unserem Auftrag als Akteur im Bereich Impact Investment gerecht und suchen weiterhin nach guten Investitionsmöglichkeiten.

Wichtige Hinweise
Die Kommentare werden ad hoc veröffentlicht, um Investor:innen über wichtige Entwicklungen über die Produkte der Invest in Visions GmbH zu informieren.

Dieser Artikel ist kein Prospekt, kein Angebot, keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, eines Finanzinstruments oder einer Finanzanlage. Es ist keine Bestätigung von Bedingungen eines Geschäfts. Es ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung durch eine unabhängige Anlageberatung. Finanzinstrumente bergen Chancen und Risiken, wie Kursschwankungen, Wertminderungen und vollständige Ausfälle. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für die Zukunft. Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Prüfung erstellt. Gleichwohl können wir Irrtümer oder Druckfehler nicht ausschließen.

Der Inhalt der Information bezieht sich daher auf den Zeitpunkt ihrer Erstellung. Politische oder wirtschaftliche Entwicklungen, Änderungen gesetzlicher Bestimmungen oder andere Umstände können zu kurzfristiger Überholung der Inhalte führen. Änderungen bleiben daher vorbehalten.

Die Zeit des billigen Geldes und der nahezu unbegrenzten Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken scheint angesichts explodierender Inflationszahlen dies- und jenseits des Atlantiks passé. An den Anleihemärkten erleben Anleger:innen zurzeit Kursverluste historischen Ausmaßes. Welche Auswirkungen haben der Zinsanstieg und die Inflationsentwicklung für die Assetklasse Mikrofinanz?

Jahrelang profitierten Mikrofinanzfonds neben dem allgemeinen Trend zu nachhaltigen Finanzprodukten auch vom globalen Niedrigzinsniveau und der massiven Liquiditätsversorgung des Marktes durch die Notenbanken. Eine Performance von ungefähr zwei Prozent pro Jahr über dem risikolosen Zinssatz (engl. „risk-free rate“) bei gleichzeitig niedriger Volatilität und geringen Ausfallraten im Portfolio ließ die Fondsvolumina vieler Mikrofinanzanbieter kontinuierlich anwachsen.

Die außer Kontrolle zu geraten scheinende Inflation in der Eurozone und in den USA versetzt die Notenbanken jetzt allerdings in Alarmbereitschaft. Unlängst hat die Notenbank Federal Reserve (FED) begonnen, die US-amerikanischen Leitzinsen zu erhöhen. Bis Ende 2023 sieht der Marktkonsensus den FED-Leitzins bei rund 3,1 Prozent. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) wird im Sommer ebenfalls erwartet, dass sie die Refinanzierungssätze für Banken erhöht, allerdings sind die Erwartungen an die EZB vorsichtiger mit lediglich einem ersten Zinsschritt von 0,25 Prozent in diesem Sommer und einer Erwartung von einem Leitzins bei 1,8 Prozent bis Ende 2023 (Quelle: Bankhaus Donner Reuschel).

Diese Zinsentwicklungen beeinflussen die Renditeaussichten der Mikrofinanzfonds in mehrfacher Hinsicht.

Mögliche negative Auswirkungen – steigende Absicherungskosten

Die Kosten der Währungsabsicherung haben einen gewichtigen Einfluss auf die finanzielle Performance eines Mikrofinanzfonds. Im IIV Mikrofinanzfonds waren per 30.4.2022 rund 58 Prozent aller Darlehen in US-Dollar denominiert. Dieses Währungsrisiko sichern wir zu nahezu 100 Prozent in Euro ab. Für den Fonds war es zuletzt von Vorteil, dass die Absicherungskosten für auf USD denominierte Darlehen in den letzten zwei Jahren auf niedrigem Niveau lagen. Die Wertentwicklung des Portfolios hat dabei vom Gleichschritt der amerikanischen und europäischen Geldmarktzinsen seit 2019 profitiert. Diese Absicherungskosten verteuern sich nun sukzessive, nachdem die FED in einen Zinserhöhungszyklus (s.o.) eingestiegen ist und die Zinsdifferenz zwischen USD und EUR sich signifikant ausgeweitet hat (siehe Graphik).

Graphik: Absicherungskosten EUR/USD Hedge

Quelle: Eigene Berechnung auf Grundlage des IIV-Portfolios
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Als Reaktion auf die steigenden Absicherungskosten hat das Portfoliomanagement von Invest in Visions den Anteil an Investitionen in Euro und in lokalen Währungen erhöht. Die Fälligkeiten der Devisentermingeschäfte wurden zudem über die nächsten 24 Monate verteilt.

Mögliche positive Auswirkungen – höhere Darlehenserträge

Steigende Renditen für Staats- und Unternehmensanleihen verteuern langfristig auch die Konditionen für Darlehen, die vom IIV Mikrofinanzfonds an die Mikrofinanzinstitute (MFIs) vergeben werden. Dies sollte – bei ansonsten unveränderten Parametern – zu einer höheren finanziellen Rendite des Fonds führen. Das Portfolio des Fonds ist so strukturiert, dass es schnell auf Veränderungen der Zinslandschaft reagieren kann. Die Darlehen werden an die MFIs mit kurz- bis mittelfristigen Laufzeiten vergeben. Aktuell liegt die durchschnittliche Restlaufzeit des Kreditportfolios bei 22 Monaten. Innerhalb eines Jahres wird circa ein Drittel des Portfolios fällig und kann entsprechend neu ausgehandelt werden. Zudem ist ein Fünftel des Portfolios in Darlehen mit flexibler Verzinsung investiert, was ebenfalls eine schnelle Anpassung an sich verändernde Leitzinsen erlaubt.

Jahrelang waren diese Darlehenskonditionen in Verbindung mit dem rückläufigen globalen Zinsniveau gesunken. Während die Renditen für zweijährige US-Staatsanleihen seit 2015 von 1,4 Prozent auf 0,2 Prozent fielen, gingen die durchschnittlichen USD-Darlehenszinsen, die der IIV Mikrofinanzfonds für den gleichen Zeitraum vergab, analog von 7,1 Prozent auf 5,9 Prozent zurück.
Seit Ende 2021 steigen die Renditen für zweijährige US-Staatsanleihen nun wieder an auf 2,5 Prozent aktuell. Wir konnten bereits leicht höhere Zinssätze bei ersten Neu-Darlehensvergaben durchsetzen. Im Vergleich zum Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen ist der beobachtbare Anstieg bei den Konditionen von Mikrofinanzdarlehen aber noch moderat.

In der folgenden Graphik erkennt man die durchschnittliche Zinsentwicklung der ausgegebenen USD-Darlehen an Mikrofinanzinstitute (blaue Linie) und die Entwicklung der Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen (grüne Linie).

Graphik: Zinsentwicklung IIV Mikrofinanzfonds vs. 2-jährige US-Staatsanleihen

Quelle: Federal Reserve Bank (US); eigene Berechnung

 

Diese Beständigkeit der Darlehenszinsen gegenüber dem Zinszyklus hat für Investor:innen den Vorteil, dass die Volatilität der kurzfristigen Zinsen kaum auf die Performance des Fonds durchschlägt. Während eine Korrelation zwischen allgemeiner Zinsentwicklung und Performance des Fonds langfristig also durchaus besteht, ist eine kurzfristige Abhängigkeit kaum evident. Die folgende Graphik zeigt, wie vergleichsweise stabil sich die Benchmark für den Mikrofinanzsektor, der Symbiotics Microfinance Index (SMX), gegenüber der Entwicklung der US-Zinsen (hier 3 Monats LIBOR) verhalten hat.

 

Graphik: Zinsrisiko auf das Portfolio – USD Zinssatz vs. monatl. Entwicklung des SMX

Quelle: Syminvest; Marketwatch

 

Ebenfalls positiv dürfte sich auswirken, dass die vom Fonds gehaltene Liquidität in Zukunft wieder einer höheren Verzinsung unterliegt. Bei einem Investitionsgrad des Fonds von ungefähr 85 Prozent wird die verbleibende Liquidität zumeist zu Geldmarkt-Konditionen angelegt, die in den vergangenen Monaten regelmäßig negativ verzinst wurden. Mit dem baldigen Ende dieser Negativverzinsung im Euroraum sollten auch die Liquiditätsanlagen einen positiven Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds liefern.

Während die Inflationsentwicklung die entwickelten Märkte in Atem hält, sind einige der Entwicklungs- und Schwellenländer, in die der Fonds investiert, von der Geldentwertung nur in geringerem Ausmaß betroffen. In vier der fünf größten Zielländer (nach Summe der vergebenen Darlehen) des IIV Mikrofinanzfonds liegt die Inflation teilweise deutlich unter dem Niveau der USA.

Inflation in Prozent

Quelle: Cbonds (Stand: 30.04.2022)

Inflation weltweit

Fazit

Der Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten wird voraussichtlich sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die finanzielle Performance des IIV Mikrofinanzfonds haben. Wir gehen davon aus, dass sich an der stetigen angemessenen Wertentwicklung und an der geringen Abhängigkeit zu anderen Assetklassen (Korrelation) wenig oder nichts ändern wird. Unberührt von alldem bleibt im Übrigen die messbare soziale Rendite, die mit einem Investment in einen Mikrofinanzfonds erzielt werden kann.

Rechtlicher Hinweis

Die hier abrufbaren Inhalte sind werbliche Informationen, deren Rechte bei der Invest in Visions GmbH verbleiben. Sie dürfen ohne Genehmigung weder ganz noch teilweise vervielfältigt, an andere Personen weiterverteilt oder veröffentlicht werden, außer zum persönlichen, nicht kommerziellen Gebrauch. Dieses Dokument ist kein Prospekt, kein Angebot, keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, eines Finanzinstruments oder einer Finanzanlage. Es ist keine Bestätigung von Bedingungen eines Geschäfts. Es ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung durch eine unabhängige Anlageberatung. Finanzinstrumente bergen Chancen und Risiken, wie Kursschwankungen, Wertminderungen und vollständige Ausfälle. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für die Zukunft. Alle Inhalte wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Prüfung erstellt. Gleichwohl können wir Irrtümer oder Druckfehler nicht ausschließen. Der Inhalt der Information bezieht sich daher auf den Zeitpunkt ihrer Erstellung. Politische oder wirtschaftliche Entwicklungen, Änderungen gesetzlicher Bestimmungen oder andere Umstände können zu kurzfristiger Überholung der Inhalte führen. Änderungen bleiben daher vorbehalten.